Irans Sicherheitskräfte verschleppen Verletzte aus Kliniken
Zudem würden Familien gezwungen, 5000 bis 7000 Dollar (4.258,22 Euro bis 5.961,51 Euro) zu zahlen, damit die Leichname ihrer Angehörigen freigegeben werden. Dies stelle angesichts der Wirtschaftskrise im Iran eine erdrückende Last dar.
In iranischen Medizinerkreisen wurden einige der Vorwürfe bestätigt. Ein Arzt aus der nördlichen Stadt Rasht sagte Reuters, Revolutionsgarden hätten Dutzende operierte Patienten mit Schusswunden abtransportiert. "Wir wissen nicht, was mit ihnen geschehen ist", sagte er. In Teheran sagten eine Krankenschwester und zwei Ärzte, Sicherheitskräfte hätten Kliniken nach Akten von behandelten und dann entlassenen Demonstranten durchsucht, um diese festzunehmen.
Die iranische Vertretung in Genf reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme. Die seit Dezember andauernden regierungskritischen Proteste haben zur härtesten Niederschlagung seit der Islamischen Revolution 1979 geführt. Die in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe HRANA beziffert die Zahl der Toten im Zusammenhang mit den Unruhen auf 5937, darunter 214 Sicherheitskräfte. Offiziellen Angaben zufolge kamen 3117 Menschen ums Leben. Reuters konnte die Zahlen nicht unabhängig überprüfen. Auch Sato sagte, sie könne die Zahlen nicht bestätigen. Sie gehe jedoch davon aus, dass sie weit über den offiziellen Angaben lägen und sprach von Hinweisen auf "unrechtmäßige Tode und willkürliche Tötungen".
Zusammenfassung
- UN-Sonderberichterstatterin Mai Sato berichtet, dass iranische Sicherheitskräfte verletzte Demonstranten aus Krankenhäusern verschleppen und inhaftieren, was einen schweren Verstoß gegen das Recht auf medizinische Versorgung darstellt.
- Familien werden gezwungen, zwischen 5.000 und 7.000 Dollar (4.258,22 bis 5.961,51 Euro) zu zahlen, um die Leichname ihrer Angehörigen freizubekommen, was in der aktuellen Wirtschaftskrise eine erhebliche Belastung bedeutet.
