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Iranischer Präsident will nach Unruhen "Heilung der Wunden"

12. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hat nach den blutigen Unruhen im Land zu einer "Heilung der Wunden" aufgerufen. "Es waren bittere Wunden, aber sie sollten geheilt und nicht bis zur Infektion vertieft werden", sagte er am Mittwochabend bei der Preisverleihung der jährlichen Fajr‐Filmfestspiele. Man müsse nun nach vorne schauen und sich versöhnen, statt weiter zu streiten und das Land "ausländischen Feinden" zu überlassen.

"Ich selbst kann in der Nacht nicht mehr schlafen und bin sehr traurig über die bitteren Entwicklungen", sagte der Präsident laut Nachrichtenagentur ISNA. Seine Worte in der Vahdat‐Halle in der Hauptstadt Teheran stießen nur auf verhaltenen Applaus. Einige Künstler und auch Preisträger hatten aus Solidarität mit den Opfern der Niederschlagung der Anti-Regime-Proteste die Zeremonie boykottiert.

Nach offiziellen Angaben kamen bei den Unruhen zwischen Ende Dezember und Anfang Jänner über 3.000 Menschen ums Leben. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA spricht in seinem jüngsten Bericht von über 7.000 Toten. Persischsprachige Sender im Ausland gehen gar von Zehntausenden Toten aus. Sie sollen durch Sicherheitskräfte brutal ermordet worden sein. Die iranische Regierung weist diese Angaben zurück und spricht von ausländischen Söldnern und Terroristen unter den Demonstranten.

Die landesweiten Aufstände sind inzwischen abgeflaut, doch die Lage bleibt weiterhin äußerst angespannt. Neben der desolaten Wirtschaftslage, die Auslöser der Proteste war und weiterhin ungelöst ist, gibt es weiter die Sorge vor einem möglichen militärischen Konflikt mit den Erzfeinden USA und Israel. Eine solche Entwicklung wäre denkbar, falls kürzlich wieder angelaufene Verhandlungen Teherans mit den USA erfolglos bleiben.

Zusammenfassung
  • Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hat nach den blutigen Unruhen, bei denen laut offiziellen Angaben über 3.000 Menschen ums Leben kamen, zur 'Heilung der Wunden' und zu Versöhnung aufgerufen.
  • Während die Regierung die Verantwortung für die Gewalt von sich weist, sprechen das Menschenrechtsnetzwerk HRANA von über 7.000 und ausländische Medien sogar von Zehntausenden Todesopfern.
  • Die Proteste sind zwar abgeflaut, doch die wirtschaftliche Krise bleibt ungelöst und es gibt weiterhin Sorgen vor einem möglichen militärischen Konflikt mit den USA und Israel.