APA/APA/AFP/-

Iran-Proteste: 40 fremde Staatsbürger verhaftet

22. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Nach Angaben der iranischen Justiz sind bei den regimekritischen Protesten unter anderem auch 40 Ausländer verhaftet worden.

Im Iran sind nach Angaben der Justiz im Rahmen der regierungskritischen Proteste 40 Ausländer festgenommen worden. Das berichtet das staatliche Fernsehen am Dienstag unter Berufung auf den Sprecher des Justizwesens der Islamischen Republik, Massoud Setayeshi.

Inzwischen haben sich die Proteste zur größten Herausforderungen für die Führung des Landes seit 1979 ausgewachsen. Damals wurde im Zuge der Islamischen Revolution der Schah gestürzt, und die Islamischen Republik wurde ausgerufen.

Iranische Fußballer verweigern Hymne

Die Protestwelle erreichte auch die Fußball-WM in Katar, wo die iranische Nationalmannschaft am Montag ihr erstes Gruppenspiel gegen England absolvierte. Während iranische Fans ihre Solidarität mit den Protesten ausdrückten, taten dies die Nationalspieler, indem sie beim Abspielen der iranischen Hymne still blieben. Der iranische Staatssender unterbrach deswegen die Live-Übertragung bei der Hymne.

UNO-Menschenrechtskommissar: Lage im Iran "bedenklich"

Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die Lage im Iran angesichts wachsender Gewalt als kritisch bezeichnet. In den vergangenen zwei Monaten seien bei den regierungskritischen Demonstrationen über 300 Menschen ums Leben gekommen, teilte das Büro Türks am Dienstag in Genf mit. "Die ansteigende Zahl der Toten im Iran, darunter am Wochenende auch Kinder, sowie die härtere Gangart der Sicherheitskräfte unterstreichen, dass die Lage im Land bedenklich ist."

Unter den 300 Toten sind dem Büro des Hochkommissars zufolge mehr als 40 Kinder. Aus 25 der 31 iranischen Provinzen sei über Tote berichtet worden. "Wir rufen die Behörden auf, auf die Forderungen der Menschen nach Gleichberechtigung, Würde und Rechten einzugehen, anstatt die Proteste mit unnötiger oder unverhältnismäßiger Gewalt zu unterdrücken", forderte der Hochkommissar.

Am Donnerstag findet zur Lage im Iran auf Antrag von Deutschland und Island eine Sondersitzung des UNO-Menschenrechtsrats in Genf statt. Die Länder haben eine Resolution eingereicht, in der die Einrichtung einer Kommission zur näheren Untersuchung der Lage gefordert wird. Darüber sollen die 47 Mitgliedsländer des Rates abstimmen.

Quelle: Agenturen