Trump: Iran lässt zehn Öltanker durch Straße von Hormuz
Die iranischen Revolutionsgarden haben einer Analyse zufolge in der Straße von Hormuz eine Art "Mautstellen"-System zur Kontrolle der internationalen Schifffahrt eingeführt. Dabei müssten Schiffe vollständige Unterlagen vorlegen, Freigabecodes einholen und eine von den Revolutionsgarden begleitete Durchfahrt durch einen einzigen kontrollierten Korridor akzeptieren, heißt es in einer Publikation des Schifffahrts-Magazins "Lloyd's List".
Das Magazin beruft sich dabei unter anderem auf Schifffahrtsdaten und mehrere mit dem neuen System vertraute Quellen. Seit dem 13. März hätten insgesamt 26 Schiffe die Meerenge auf dieser Route um die Insel Larak vor der Südküste des Iran durchquert, heißt es. Mit Hilfe von Echtzeit-Schiffsverkehrsdaten konnten nach dem 15. März keine Durchfahrten mehr über die übliche Route erfasst werden, wie es hieß. In weiteren 21 Fällen habe aufgrund fehlender Daten keine Umleitung bestätigt werden können.
Nach Angaben dreier nicht näher genannter Quellen müssten sich Schiffsbetreiber vor dem Auslaufen an zugelassene Vermittler mit Verbindungen zu den Revolutionsgarden wenden. Sie würden dann angewiesen, Unterlagen etwa zur Kennungsnummer, zu Eigentumsverhältnissen, zum Ladungsverzeichnis - wobei Öl derzeit priorisiert werde -, zum Zielort und zu einer vollständigen Besatzungsliste einzureichen. Die Revolutionsgarden würden dann eine Überprüfung durchführen.
Mindestens zwei Schiffe hätten dabei eine direkte Gebühr - in chinesischem Yuan - gezahlt, hieß es. Nicht alle Schiffe waren davon betroffen. Nach positiver Prüfung bekommt das Schiff den Angaben zufolge einen Code, der später per Funk überprüft werde, worauf ein Lotsenboot entsandt werde.
Iran zeigt sich offen für spanische Anfragen
Der Iran zeigte sich indes nach Angaben seiner Botschaft in Spanien offen für Anfragen aus Madrid zur Straße von Hormuz. Spanien respektiere das Völkerrecht, teilte die Vertretung auf der Plattform X mit. Laut einem Schreiben des iranischen Außenministeriums, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, dürfen "nicht-feindliche Schiffe" die Meerenge nach Rücksprache mit den Behörden passieren. Die spanische Regierung gehört zu den ersten Ländern, die die Angriffe der USA und Israels auf den Iran als rücksichtslos und illegal verurteilt haben.
Malaysia: "Unsere Schiffe dürfen wieder durch Hormuz"
Malaysias Regierung hat nach eigenen Angaben für Schiffe aus dem asiatischen Land eine Erlaubnis zur Passage der Straße von Hormuz erhalten. Premierminister Anwar Ibrahim teilte in einer Fernsehansprache mit, dass er mit Spitzenvertretern des Iran, Ägyptens, der Türkei und anderer Staaten in der Region gesprochen habe und dass nun malaysische Schiffe durch die Straße von Hormuz gelassen würden.
Iran: Passage muss abgestimmt werden
Laut der iranischen UNO-Vertretung dürfen Schiffe, die nicht als feindlich gelten und keine militärischen Aktionen gegen den Iran unterstützen, den Seeweg nutzen – sofern sie sich an alle iranischen Sicherheitsvorschriften halten und die Passage mit den zuständigen Behörden abstimmen.
Die für den internationalen Energiehandel zentrale Wasserstraße ist jedoch faktisch für weite Teile der Schifffahrt blockiert. Irans Kontrolle sowie Warnungen vor Minen, Drohnenangriffen und der Entzug von Kriegsrisikoversicherungen machten die Passage für westliche Reedereien zuletzt nahezu unmöglich. Hunderte Tanker, Containerschiffe und Frachter hängen in der Region fest.
Zusammenfassung
- Der Iran hat laut US-Präsident Trump zehn Öltanker, darunter Schiffe unter pakistanischer Flagge, durch die Straße von Hormuz passieren lassen und erhebt dabei eine Maut, was Trump kritisiert.
