APA - Austria Presse Agentur

Impfziel in weiter Ferne: Wann Österreich wirklich ausreichend durchgeimpft ist

06. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Die Politik hofft nach wie vor auf eine ausreichende Durchimpfung der Bevölkerung (mindestens 70 Prozent) im Sommer. Davon ist man allerdings weit entfernt.

Bis auf wenige Ausnahmen läuft das Impfprogramm in den EU-Staaten nur sehr langsam. Grund dafür sind nicht zuletzt die Lieferprobleme von AstraZeneca. Die EU-Kommission verspricht, dass mit April die Impfstoff-Lieferungen deutlich umfangreicher ausfallen würden. Das erste Quartalsziel, bis Ende März die Bevölkerungsgruppe über 80 Jahren zu 80 Prozent durchgeimpft zu haben, wurde jedenfalls von den meisten EU-Ländern verfehlt.

Aktuell liegt Österreich beim Impfen mit einer insgesamten Durchimpfungsrate von knapp 14,11 Prozent der Gesamtbevölkerung noch im oberen Mittelfeld in der EU, wie eine Aufstellung des Magazins "politico" zeigt. Geplant ist eine Durchimpfungsrate von 70 Prozent bis Ende September. Das scheint zumindest für Österreich in weiter Ferne.

Österreich droht, zu den Schlusslichtern zu gehören

"Politico" rechnet anhand der eingekauften Imfpstoffmengen und der zugesagten Lieferungen durch, wie hoch der Prozentanteil der Durchimpfung in den EU-Staaten am Ende des zweiten Quartals, also im Herbst, sein wird. Österreich wäre demnach unter den Schlusslichtern und würde nach jetzigem Stand bis Ende des Sommers erst 50 Prozent der Bevölkerung durchgeimpft haben. Damit würde Österreich auf dem 21. Platz von 27 EU-Staaten liegen.

Um das EU-Impfziel von 70 Prozent der Bevölkerung bis Ende September zu erreichen, müsste Österreich täglich rund 50.000 Impfungen durchführen. Tatsächlich sind es aufgrund fehlenden Impfstoffes gerade einmal knapp 30.000 Impfungen. Bleibt es dabei, wäre die erforderliche Mindest-Durchimpfungsrate frühestens im Jänner 2022 erreicht, wie der Impf-Monitor von "Politico" zeigt.

Schuld daran sind vor allem die Lieferschwierigkeiten von AstraZeneca. Statt der anfangs versprochenen 100 Millionen Impfdosen wurden bis Ende des ersten Quartals nur knapp 31 Millionen geliefert. Besonders jene Länder, die stark auf den AstraZeneca-Impfstoff gesetzt haben, drohen deshalb zurückzufallen - wie auch Österreich. Auch der zuletzt zugelassene Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson dürfte aufgrund der US-Exportbeschränkungen nicht so bald in ausreichender Menge geliefert werden.

Quelle: Redaktion / hos