APA - Austria Presse Agentur

Ibiza-Video: Weitere Gesprächsfetzen veröffentlicht

21. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Nachdem Heinz-Christian Strache am Freitag mit ausgewählten Gesprächsfetzen Entlastendes liefern will, liefern vom "Profil" und "Standard" veröffentlichte Zitate weitere Puzzlestücke.

Während am Freitag Heinz-Christian Strache über seinen Anwalt ausgewählte Gesprächsfetzen vom Ibiza-Abend veröffentlichte (mehr dazu hier), zeigen Berichte vom "Standard" und dem "Profil" noch ein anderes Bild. Auch der Recherchekooperation zwischen "Standard", "Profil" und ORF liegt die geschwärzte (von 190 Seiten sollen mindestens 140 geschwärzt sein) Transkript vom Bundeskriminalamt vor. Laut "Profil" geht es um Glücksspiele, Staatsaufträge und Spendenvereine. Strache und Gudenus seien mit "eindeutig unlauteren Forderungen" konfrontiert worden. Dennoch seien sie geblieben.

Stefan Melichar, "Profil"-Journalist, hat ein Einblick in das (großteils geschwärzte) Transkript vom Ibiza-Abend und spricht einerseits über die von Strache veröffentlichten Gesprächsfetzen und andererseits über die vom "Profil" und "Standard" ebenfalls am Freitag veröffentlichten Passagen.

Dazu sagt Johann Pauer, Anwalt von Heinz-Christian Strache im Interview mit PULS 24: Die Zurückweisung von Seitens Strache habe dazu geführt, dass sogar die Oligarchennichte sauer geworden sei. Selber habe Strache keine Dinge ins Spiel gebracht. Dass er nicht gegangen sei, könne er sich nur erklären, weil er ihr "mit einer Inbrunst erklären wollte: 'So nicht!'".

Teile der von "Profil" und "Standard" veröffentlichten Passagen

Bezüglich Glücksspiel

Strache: "Die hat heute alle staatlichen Monopolstellungen, das wollen wir abdrehen (…) Die ÖVP ist aber eine Monopolpartei, wir wollen das Monopol aufbrechen, und wollen, dass das Ganze in eine Privatisierung geht nach Möglichkeit (…) Und der große Player ist natürlich NOVOMATIC. Die Möglichkeit ist, dass wir das Monopol kappen und die Lizenzen ausschreiben."

Laut "Profil" klingen die Privatisierungspläne damals bereits konkret. Strache würde ungefragt weiterplaudern: "Wir vertreiben die Leute ins Internetglücksspiel, nach Pressburg, in andere Regionen…"

Detektiv und Ibiza-Hintermann Julian H. fragt, ob Strache das Automatengesetz aufheben wollen.

Strache: "Nein, wir machen ein Gesetz, wo wir geordnete Spielcasinos zulassen."

Straches Hauptargument sei Geld, "Profil" zitiert: "Wir wollen Steuereinnahmen, das heißt, wir wollen ein gutes Glücksspielgesetz, das heißt mit guten Steuereinnahmen."

Bezüglich der Kronen Zeitung

Strache: "Genau, genau, die einzige Gegenleistung, die wir erwarten, dass man korrekt mit uns umgeht, dass man eine Berichterstattung korrekt macht, dass man dort, äh, in der Redaktion, es korrekt macht, und dass, wenn, wenn es ihr gefällt, da und dort eine Spende bekommt, völlig rechtskonform. Ende."

Gudenus: "An den Verein, Verein ..."

Strache: "Ende."

H.: Parteispende?

Gudenus, Strache: "Verein, Verein."

Gesamtbild fehlt

Die hier veröffentlichten Gesprächsfetzen sind erneut wieder nur Puzzlestücke, das Gesamtbild bleibt weiterhin sehr verschwommen. Auch Heinz-Christian Strache selbst lieferte am Freitag Teile des Transkripts. Mehr dazu finden Sie hier:

Quelle: Redaktion / moe