APA - Austria Presse Agentur

Ibiza-U-Ausschuss: ÖVP-Fraktionsführer Gerstl übernimmt Verteidigerrolle von Nehammer

Juni 05, 2020 · Lesedauer 2 min

Nach der Befragung von Innenminister Karl Nehammer im Ibiza-U-Ausschuss kommt es zu einem Zwischenfall bei seinem Presse-Statement. Der ÖVP-Fraktionsführer im Ausschuss und Mitarbeiter im Innenministerium, Wolfgang Gerstl, stört bei Fragen von Journalisten mit Zwischenrufen.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat sich der Befragung im Ibiza-U-Ausschuss am Freitag ohne Vertrauensperson gestellt. PULS-24-Reporterin Babara Piontek merkt süffisant an, dass dies auch nicht notwendig gewesen sei, da der Nationalratsabgeordnete, ÖVP-Fraktionsführer im Ausschuss und Mitarbeiter im Innenministerium, Wolfgang Gerstl, diese Rolle übernommen habe. Dieser habe nicht nur bei der Befragung, sondern auch bei Nehammers späteren Presse-Statement die Aufgabe des Verteidigers übernommen.

Doch was ist passiert? Nach der Befragung hat sich Nehammer in den Pressebereich begeben, um sein Statement abzugeben. Gleichzeitig hat sich Gerstl in den für Journalisten vorgesehen Bereich gestellt. Als "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk dem Innenminister eine provokante Frage in Bezug auf Ermittlungen in der "Schredder-Affäre" stellt, beginnt sich Gerstl einzumischen und verleiht seinem Unmut über die Frage lautstark Ausdruck. Unter anderem ist zu hören, wie er "Das stimmt nicht" ruft.

In der Frage, die Gerstl so aufgeregt hat, ging es um einen am Vortag im Ausschuss vorgelegten Bericht in Bezug auf die Ermittlungen in der "Schredder-Affäre". "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk hat Innenminister Nehammer zu der fragwürdigen Vorgehensweise eines Beamten der "Soko Tape" bei der Sicherstellung von Beweismitteln im Innenministerium gefragt. Der Beamte gab laut dem Bericht an, darauf verzichtet zu haben, den PC eines Mitarbeiters im Innenministerium sicherzustellen, da er im Empfangsbereich gesehen wurde. Klenk wollte von Nehammer wissen, was ihn mehr empöre, dass einer seiner Beamten ein Beweismittel nicht sicherstelle, da es keinen Sinn mache, oder, dass einer seiner Beamten offensichtlich glaube, dass die ÖVP Beweismittel vernichte. Der Innenminister geht in seiner Antwort nicht auf die Frage ein und betont, dass er vollstes Vertrauen in seine Beamten hat.

Quelle: Redaktion / apb