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IAEA sieht bisher keine Schäden an Atomanlagen im Iran

Heute, 09:32 · Lesedauer 2 min

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nach den jüngsten militärischen Angriffen im Iran und im Nahen Osten bisher keine Schäden an iranischen Atomanlagen festgestellt. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Anlagen wie das Kraftwerk Bushehr oder der Forschungsreaktor in Teheran getroffen worden seien, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag mit. Auch gebe es keine erhöhten Strahlenwerte in den Nachbarstaaten.

Der Kontakt zu den iranischen Aufsichtsbehörden sei jedoch abgerissen, warnte er, und müsse "so schnell wie möglich" wiederhergestellt werden. Die Behörde warnte eindringlich vor den Risiken für die nukleare Sicherheit in der gesamten Region. Ein Angriff auf nukleare Einrichtungen könne zur Freisetzung radioaktiver Stoffe mit schwerwiegenden Folgen führen, mahnte Grossi. Er rief alle Konfliktparteien zu äußerster Zurückhaltung auf, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

"Wir können einen möglichen Strahlungsaustritt mit schwerwiegenden Folgen nicht ausschließen - inklusive die Evakuierung von Gebieten, die so groß oder größer sind wie Großstädte", warnte Grossi in einer Sondersitzung der Organisation in Wien. Der iranische Botschafter bei der IAEA dagegen sagte, dass die Atomanlage in Natanz getroffen wurde. Wie Reza Najafi vor Journalisten sagte, erfolgte die Attacke am Sonntag.

Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt - darunter auch Natans, wo eine Anlage zur Anreicherung von Uran steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden - Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln.

Neben dem Iran betrieben auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und Syrien Reaktoren, während Länder wie Saudi-Arabien, Kuwait oder der Irak ebenfalls Ziele von Angriffen geworden seien.

Grossi drängte zudem auf eine Rückkehr zu diplomatischen Bemühungen, um sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt. Die jüngsten Gespräche in Genf seien ohne Ergebnis geblieben. Die Lage sei "sehr besorgniserregend", sagte er. Die IAEA stehe bereit, Mitgliedstaaten im Ernstfall sofort zu unterstützen.

Zusammenfassung
  • Der Kontakt zu den iranischen Aufsichtsbehörden ist derzeit abgerissen, während die IAEA eindringlich vor Risiken für die nukleare Sicherheit warnt und auf mögliche Evakuierungen ganzer Großstädte im Ernstfall hinweist.
  • Der iranische Botschafter erklärte, die Atomanlage Natanz sei am Sonntag getroffen worden, während IAEA-Chef Grossi alle Konfliktparteien zu äußerster Zurückhaltung und einer Rückkehr zu diplomatischen Gesprächen aufruft.