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HPV-Impfung bald für unter 21-Jährige gratis

14. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Bund, Länder und Sozialversicherung haben sich auf die Ausweitung der kostenlosen HPV-Impfung geeinigt. Künftig sollen alle vom vollendeten 9. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr Anspruch auf eine Gratis-Impfung haben.

Gesundheits-Landesrätinnen und -räte haben laut einer Aussendung des Gesundheitsministeriums am Montagnachmittag für die Ausweitung der kostenlosen Impfung gestimmt. Die genauen Details sollen in den kommenden Tagen fixiert werden. Bisher waren nur Kinder zwischen 9 und 11 für eine Gratis-Impfung berechtigt.

Hunderttausende Krebserkrankungen

Humane Papilloma-Viren (HPV) sind für zahlreiche Krebserkrankungen verantwortlich. 90 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs gehen darauf zurück. Nach dem Brustkrebs ist der Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Krebserkrankung von Frauen in der EU zwischen 15 und 44 Jahren. "Die Ausweitung der kostenlosen HPV-Impfung wird langfristig hunderttausende Menschen in Österreich vor einer Krebserkrankung bewahren", sagte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). Humane Papillomaviren verursachen auch den Großteil der Krebserkrankungen von Frauen und Männern im mittleren Rachenraum und an den Geschlechtsorganen.

620 Euro für Erwachsene

Die Impfung ist sowohl Burschen als auch Mädchen im Alter ab neun Jahren empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Durchimpfungsrate von 90 Prozent. Im August 2020 hat sich auch Österreich dazu bekannt, diese Vorgabe bis 2030 zu erfüllen. Derzeit ist die kostenlose Impfung in Österreich auf Kinder im Alter von neun bis elf Jahren beschränkt. Bis zum Alter von 15 Jahren wird sie zum Selbstkostenpreis abgegeben. Ab dem 18. Lebensjahr liegen die Kosten in der Regel bei 620 Euro. Das Verteidigungsministerium wird die Impfung auch Rekruten während ihres Wehrdienstes anbieten.

Finanziert werden die Impfstoffe zu zwei Drittel über den Bund, je ein Sechstel wird von der Sozialversicherung und dem jeweiligen Bundesland getragen. Die Kosten für die Verimpfung übernehmen die Bundesländer. Details der Einigung werden in den kommenden Tagen noch fixiert, so das Gesundheitsministerium. Ziel sei eine Umsetzung der kostenlosen Impfung bereits ab dem kommenden Jahr.

Österreich hinkt hinterher

Mit der nun erzielten Grundsatzeinigung kommt Österreich einer seit mehreren Jahren gestellten Forderung von Experten und Interessensvertretern vor allem aus dem Jugendbereich nach. So hatte das Vorsitzteam der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft erst im Juni darauf hingewiesen, dass die Impfung für viele nicht leistbar sei. In anderen EU-Staaten habe es Nachhol-Impfprogramme für zwischen 1992 und 2002 Geborene gegeben, Liechtenstein zum Beispiel biete die Impfung bis zum 26. Lebensjahr gratis an, betonte die Studierenden-Vertretung.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam