Heinz-Christian StracheAPA/GEORG HOCHMUTH

Strache bei Krömer über Kickl, Haider und ein Comeback

07. Nov. 2022 · Lesedauer 3 min

Der ehemalige Vizekanzler und FPÖ-Chef verteidigte im deutschen TV seine frühere Partei und seine Aussagen im Ibiza-Video: "Bin nicht korrupt."

Der gefallene FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist am Dienstag beim deutschen Comedian Kurt Krömer zu Gast. In der neuen Folge der Sendung "Chez Krömer", die man online bereits sehen kann, liefern sich der Ex-Vizekanzler und der Komiker einen - für das "RBB"-Format üblichen - wüsten Schlagabtausch, bei dem auch persönliche Beleidigungen nicht fehlen.

Angesprochen auf die Kreise, in denen Strache sich als Jugendlicher bewegt hatte, sagte dieser: "Ich war sicherlich einer, der sich in einer rechtsextremistischen Szene bewegt hat, aber kein Nazi war. Ich glaube, man muss die persönliche Geschichte eines jeden Menschen kennen. Ich war im Internat, und ich habe mir dann alles angeschaut, ich war bei allen Parteien." Dann sei er unter anderem auch in solchen Kreisen unterwegs gewesen.

"Clash of Clans"

Nach zwölf Minuten des Streits wurde es kurz unpolitisch. Krömer fragt Strache: "In welcher Liga sind Sie bei 'Clash of Clans': Kristall, Champion oder sogar Legende?" Strache antwortet: "Mit meinem lieben Sohn spiele ich das seit vielen Jahren, und wir sind Legenden, ja." Angesprochen auf "tausende Euro" Ausgaben dafür betonte der 53-jährige Strache, er habe diese Summen "privat bezahlt und niemand anderer". Das habe "Geld gekostet, keine Frage". Für seinen "Clash-of-Clans"-Status habe er "sieben Jahre oder länger" benötigt.

Da Strache sein Handy auf dem Tisch liegen hatte, bemerkte Krömer auch, dass der Ex-Vizekanzler während der Sendung eine Mitteilung von "Clash of Clans" bekommen hatte. "Sie sind immer noch wichtig", so die Bemerkung des Berliners.

Von Kickl enttäuscht

In der Sendung betonte Strache auch, der heutige FPÖ-Obmann Herbert Kickl habe keineswegs für ihn oder für den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider Reden geschrieben. Haider habe aber eine bessere Menschenkenntnis gehabt als er selbst, führte Strache aus, denn er habe, anders als Haider, Kickl dessen Aufstieg in der FPÖ ermöglicht.

Streitfall Ibiza-Video

Zu Einspielern aus dem legendären Ibiza-Video, das 2019 öffentlich geworden ist, meinte Strache einmal mehr, er sei in seinen Verhandlungen mit der vermeintlichen Oligarchin aus dem Kontext gerissen dargestellt worden und habe in dem insgesamt rund siebenstündigen Gespräch mehrfach deutlich gemacht, "nicht käuflich" zu sein. Krömer sah das anders.

Strache sagte rückblickend zu dem Skandal: "Ich bin froh, dass das Attentat so ausgegangen ist, und ich heute lebe."

Persönliche Attacken

Ein weiteres politisches Comeback wollte Strache zumindest nicht ausschließen. Scheitern gehöre dazu, sagte er über sein bisher erfolgloses Team HC Strache, man müsse einmal öfter aufstehen, als man hinfalle. 

Sonst gab es noch persönliche Anwürfe von beiden Seiten. Krömer warf Strache einmal "ein sehr verklemmtes Lachen" vor. Strache spottete später in der Sendung: "Sie schwitzen, Sie sind anscheinend nervös." Das 30-minütige Streitgespräch endete ohne Handshake.

Quelle: Redaktion / kap