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Deutsche Finanzmarktaufsicht prüft Benko-Geschäfte

29. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Korruptionsermittlungen gegen René Benko haben nun die deutsche Finanzmarktaufsicht Bafin auf den Plan gerufen.

Wie PULS 24 berichtete, wurden vergangene Woche Büros von René Benkos Immobiliengesellschaft Signa in Wien und Innsbruck durchsucht. Diese Ermittlungen gegen den österreichischen Immobilieninvestor haben nun auch die deutsche Finanzmarktaufsicht Bafin auf den Plan gerufen, schreibt nun der "Spiegel".

Neue Risikobewertung

Die Finanzmarktaufsicht soll nun jene Banken und Versicherungen kontaktiert haben, die mit Signa im Geschäft sind. Die Institute haben laut "Spiegel" Benkos Projekte, wozu etwa der Hamburger Elbtower gehört, mit Milliarden finanziert. Die Finanzmarktaufsicht will wissen, wie hoch das Risiko von Kreditausfällen sei. Im Fokus sollen vor allem die Banken stehen - eine neue Risikobewertung sei noch ausständig. Bei den Versicherungen gibt es scheinbar nur einen überschaubaren Anteil unbesicherter Kredite.

Neben der Bafin sollen laut "Spiegel" auch die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die österreichische Finanzaufsicht FMA Banken auf Verbindungen zu Benko überprüfen. Die EZB ließ eine entsprechende Anfrage laut "Spiegel" aber unbeantwortet.

Schwere Vorwürfe gegen Benko

Sollte Benko verurteilt werden, hätte das jedenfalls verheerende Folgen für sein Konglomerat: "Nur er halte sein verschlungenes Firmenreich zusammen, warnt ein Investor", schreibt der "Spiegel". Und die Vorwürfe der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen Benko haben es, wie berichtet, in sich:  Er soll einen vormals hochrangigen österreichischen Finanzbeamten bestochen haben, damit dieser ihm bei einem undurchsichtigen Steuersparmodell hilft. Dieses soll auch auf falschen Bewertungen von Immobilien in Benkos Büchern beruhen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Benko teilte dem "Spiegel" über seinen Anwalt mit, die Bafin sei verpflichtet, sich routinemäßig zu den größten Geschäftspartnern von Banken und Versicherungen informieren zu lassen. Zu diesem Kreis gehöre naturgemäß auch die Signa. Es gebe jedoch "aktuell keinerlei außerplanmäßige oder zusätzliche Aktivitäten" der Behörde. 

Quelle: Redaktion / koa