Gewalt an Frauen: Ludwig für Beugehaft bei Wiederholungstätern

03. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

Bei PULS 24 Infochefin Corinna Milborn waren am Montagabend Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und die Lungenfachärztin Sylvia Hartl zu Gast. Sie sprachen unter anderem über Öffnungen und Long Covid, aber auch über Gewaltprävention.

Was man gegen Gewalt an Frauen tun kann, fragte PULS 24 Infochefin Corinna Milborn gleich zu Beginn ihres Gesprächs mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). In Wien habe er noch als Wohnbaustadtrat das fünfte Frauenhaus eröffnet und auch die Kompetenzen des Frauenressorts mit dem Wohnbauressort zusammengelegt um hier mehr nötige Infrastruktur zu schaffen, sagte er.

Im Vorfeld der Gewaltprävention plädiert Ludwig bei Weichenstellungen bei der Bubenerziehung, etwa was Geschlechterbilder betrifft. Bei Erwachsenen würde Ludwig bei Wiederholungstätern auch schärfere Maßnahmen ergreifen – Ludwig nannte als Beispiel etwa Beugehaft, wie das in Deutschland üblich sei. "Denn die Untersuchungshaft kommt bei häuslicher Gewalt sehr selten zum Einsatz", meint Ludwig.

Zu den Öffnungen

"Es ist wichtig, dass man wissensbasierte Entscheidungen trifft", sagt Ludwig. Daher lasse er sich immer über die Expertengremien, zu dem auch Hartl gehöre, über die aktuelle Lage beraten. Daher könne er auch noch nicht sagen, ob die Gastronomie am 13. Mai öffnen könne.

185 Intensivpatienten würden in Wien aktuell betreut. Das sei zwar immer noch hoch, aber deutlich weniger als noch vor einigen Wochen, meinte Ludwig. Wegen dieses deutlichen Abwärtstrends habe Wien jetzt auch wieder geöffnet, obwohl die Inzidenzen höher sind als sie vergangene Woche bei der kritisierten Öffnung im Burgenland waren. Man werde die Entwicklung aber genau verfolgen und beobachten.

Zu Doskozils offenen Brief

Angesprochen auf die Ankündigung des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Peter Doskozils, sich aus dem Bundesvorstand zurückzuziehen, sagte Ludwig: "Ich habe das ohnehin schon in der Öffentlichkeit erklärt, dass die Anzahl der Stellvertreter von 17 auf 6 reduziert wird". Daher sei es "klar" gewesen, "dass nicht alle Landesorganisationen zum Zug kommen", meint Ludwig.

Dass Doskozil nicht mehr hineingekommen wäre, sei zwar nicht klar gewesen, er selbst habe seinen Platz aber auch zur Verfügung gestellt, falls es notwendig sei, meint Ludwig. Allerdings: "Ich habe keinen Brief geschrieben, ich mache das immer direkt auf dem persönlichen Weg."

"Nicht alles, was geöffnet ist, muss gestürmt werden"

Mit Lungenfachärztin Sylvia Hartl sprach Milborn über die Lage an Intensivstationen und vor allem die Gefahr von "Long Covid". Die Zahlen auf den Intensivstationen hätten "ein Gutes und ein Schlechtes", sagt Hartl. Zum einen hätten dank der Intensivmedizin sehr viel mehr Menschen die Krankheit überlebt. Andererseits brauche es aber auch mehr Kapazitäten, um diese Menschen wiederherzustellen, um sie in die Rehabilitation schicken zu können. Hier dürfe es keinen großen Anstieg bei den Infizierten mehr geben.

"Nicht alles, was geöffnet wird, muss gestürmt werden", sagt Hartl deshalb mahnend. "Wir sind alle durstig und hungrig nach den Freiheiten", gesteht die Ärztin zu. Aber trotzdem gelte es Rücksicht zu nehmen, denn wenn die Infektionen wieder stark steigen, könnte es auch einen Bekannten oder Verwandten treffen. Sie plädiert deshalb für Umsicht.

Quelle: Redaktion / hos