Österreichisches ParlamentAPA/AFP/ALEXANDER KLEIN

Gesichts- und Handvenenscanner für das neue Parlament

03. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Am 12. Jänner 2023 öffnet das neue Parlament seine Toren. Fünf Jahre lang wurde das Parlament am Ring saniert. Mit der Modernisierung wurde auch das Sicherheitskonzept für das Betreten des Gebäudes überholt.

Das österreichische Parlament wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Seit der Fertigstellung treffen dort regelmäßig die Politiker des Landes aufeinander. Es hat viele Kanzler und Regierung kommen und gehen gesehen und über die Jahre einige Schäden angesammelt. Um das Gebäude wieder auf den neusten Stand zu bringen, wurde 2014 beschlossen, es zu sanieren und modernisieren. 2018 startet der Umbau und wurde schließlich im November 2022 zu Ende gestellt.

Neben einem vergoldeten Klavier erhält das Parlamentsgebäudes auch ein neues Sicherheitskonzept für seinen Haupteingang. Für dauerzutrittsberechtigte Personen wie Abgeordnete und parlamentarische Mitarbeiter:innen wurde ein "Fast-Lane"-Konzept für einen schnellen Durchgang entwickelt, wie das Online-Portal "Futurezone" berichtet. 

Freiwillige Gesichtserkennung 

Dabei wird auf eine Sicherheitsschleuse gesetzt, die mit Sensoren und einem biometrischen Gesichtserkennungssystem arbeitet. Man könne dann mit "normalen Gehtempo" durchgehen. Vonseiten des Parlaments heißt es, wer diese Lösung auf "freiwilliger Basis" nicht möchte, kann sich weiterhin mit einer Karte den Zutritt verschaffen. Thomas Tauscher von der Sicherheitstechnik im Parlament sagt zum neuen Konzept: "Damit schaffen wir den doppelten Personendurchsatz, was vor allem zu Stoßzeiten in der Früh und Mittagspause interessant ist". 

Ein Durchgang durch die vier Seiteneingänge sei mittels Zutrittskarte und Handvenenscanner möglich. Der Handvenenscanner funktioniere kontaktlos und man müsse nur die Hand vor das Gerät halten. Personal wird es an diesen Eingängen nicht mehr geben.

Datensicherheit von besonderer Bedeutung

Das System müsse vor seiner vollen Einsatzfähigkeit allerdings noch trainiert werden: "Man sieht in die Kamera des Terminals, dreht seinen Kopf nach links und rechts, wie beim Einrichten von Gesichtserkennung am Smartphone". Anschließend wird das Profil mit dem Kartenverwaltungssystem und der jeweiligen Zutrittskarte verknüpft und man schließlich freigeschaltet. Sensoren an der Decke sollen überprüfen, ob auch nur wirklich eine Person durch die Schleuse geht, um ein hineinschleichen zu verhindern. 

Da es sich bei biometrischen Daten, um besonders schützenswerte Informationen handelt, werden diese "in unserem eigenen, gesicherten Rechenzentrum lokal vor Ort aufbewahrt", erklärt Tauscher. "Die Daten verlassen aus Sicherheitsgründen das Haus nicht, es gibt auch keine Cloud-Verbindung oder sonstige Verbindung nach außen". Wer versucht, sensiblen Daten der Parlamentsmitarbeiter zu entwenden, müsse zunächst in einen gesicherten Bereich eindringen und die Verschlüsselung des Rechners knacken. 

Astrid PozarekQuelle: APA OTS / Redaktion / poz