Karner: Russland bereitet Administration von Donezk und Luhansk vor

23. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Militärexperte Gerald Karner erklärt im Gespräch mit PULS 24 Anchor René Ach und seiner Kollegin Bianca Ambros die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg. Russland treffe im Moment Vorbereitungen, um die Volksrepubliken Donezk und Luhansk unter russische Administration zu bringen.

Russland setzt die verstärkten Angriffe auf die Ostukraine fort. Auffallend sei laut Karner, dass mit viel Artillerie und Luftangriffen nunmehr sämtliche Ziele bombardiert werden. Mittlerweile werde jedoch Russlands Präzisionsmunition knapp, weshalb auf Artillerie, die ungelenkt ist, zurückgegriffen werde. Dadurch kommt es auch zu mehr zivilen Opfern und Verwüstungen.

In der Ostukraine selbst laufen laut Karner nun alle Vorbereitungen von Seiten Russlands, um die Volksrepubliken Donezk und Luhansk territorial abzusichern. Denkbar sei eine russische Administration mit Beistandsverpflichtungen. Ähnliche Bestrebungen gebe es auch in Cherson, im Süden der Ukraine. Hier seien jedoch erhebliche Probleme Russlands mit militärischem Widerstand der Ukraine zu beobachten.

Klassifizierung als Genozid möglich

Bezüglich der gefangengenommenen ukrainischen Soldaten im Asovstal-Werk werden von russischen Rechten Rufe nach der Todesstrafe lauter. Das wäre laut Karner ein eindeutiges Kriegsverbrechen, wofür auch die russische Staatsführung vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag belangt werden könne. Außerdem sei zu hören, dass ukrainische Gefangene durch die Straßen getrieben und gedemütigt würden.

Die Forderung der Ukraine, wonach die internationale Gemeinschaft den Ukraine-Krieg als Genozid klassifizieren sollte, hält Karner für eine berechtigte Forderung und nach einer dementsprechenden Untersuchung für durchaus möglich.

Vom Treffen zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und seinem belarussischen Amtskollegen Alexander Lukaschenko am heutigen Montag sei laut Karner nicht viel zu erwarten. Putin werde Lukaschenko darauf drängen, den militärischen Druck aufrecht zu erhalten. Das würde auch die ukrainischen Truppen an einer Verlegung in die Ostukraine hindern.

Quelle: Redaktion / msp