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Geplante Lauterbach-Entführung: Pensionierte Lehrerin verhaftet

13. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Im Zusammenhang mit der mutmaßlich geplanten Entführung von Deutschlands Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat die deutsche Bundesanwaltschaft eine Frau wegen Terrorverdachts festnehmen lassen.

Sie habe eine übergeordnete Stellung im administrativen Teil jener staatsfeindlichen Gruppierung innegehabt, die im April aufgeflogen war, teilte die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mit.

Bei Organisation geholfen

So machte die pensionierte Lehrerin der Mitteilung zufolge unter anderem Vorgaben, um die Pläne der Gruppierung voranzutreiben und zu koordinieren. Sie sei beim Besorgen von Waffen und Sprengstoff eingebunden gewesen, habe wiederholt eine rasche Umsetzung des Vorhabens eingefordert und konkrete Terminvorstellungen genannt. Die Deutsche soll zudem mit potenziellen Vereinigungsmitgliedern Rekrutierungsgespräche geführt haben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist sie eine pensionierte Lehrerin.

Beamte des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz und der sächsischen Polizei nahmen die Beschuldigte den Angaben zufolge am Donnerstag im Landkreis Mittelsachsen fest und durchsuchten Räume. Ein Haftrichter entschied am Nachmittag, dass die Frau in Untersuchungshaft kommt.

Ablehnung der Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland

Sie verfolge eine Ideologie, die das Grundgesetz und die staatliche Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland ablehne, hieß es. Vielmehr existiere nach diesen Vorstellungen das Deutsche Reich auf Grundlage der Verfassung von 1871 weiter. Vier mutmaßliche Komplizen, allesamt Deutsche aus Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Bayern, waren am 13. April festgenommen worden. Knapp zwei Wochen später übernahm der Generalbundesanwalt die Ermittlungen.

Gruppe wollte bürgerkriegsähnliche Zustände auslösen

Die Gruppierung hatte es sich laut Bundesanwaltschaft zum Ziel gesetzt, bürgerkriegsähnliche Zustände in Deutschland auszulösen und damit letztlich den Sturz der Regierung und der parlamentarischen Demokratie herbeizuführen. "Hierzu war geplant, einen bundesweiten "Black Out" durch Beschädigung oder Zerstörung von Einrichtungen zur Stromversorgung herbeizuführen", hieß es. Zudem sollte Gesundheitsminister Lauterbach entführt werden, wobei die Tötung von Personenschützern im Raum stand. Die Vereinigung untergliederte sich demnach in einen "militärischen" und einen "administrativen" Zweig.

Der nun festgenommenen ehemaligen Lehrerin war aufgrund ihres "Reichsbürger"-Gedankenguts das Ruhegehalt aberkannt worden, wogegen sie sich vergeblich juristisch zur Wehr setzte. Im vergangenen März scheiterte ihre Klage vor dem Oberverwaltungsgericht von Rheinland-Pfalz.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz