Brittney Griner frei: US-Basketballerin gegen "Händler des Todes" getauscht

08. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

US-Basketballspielerin Brittney Griner ist aus der russischen Haft entlassen worden. Sie wird gegen einen russischen Waffenhändler ausgetauscht.

Brittney Griner war in Russland zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt worden, nun ist sie im Rahmen eines Gefangenaustauschs freigekommen. Griner, die in Russland wegen Drogenbesitzes verurteilt worden war, wurde gegen den in den USA inhaftierten russischen Waffenhändler Viktor Bout auf dem Flughafen in Abu Dhabi ausgetauscht, wie das russische Außenministerium in Moskau am Donnerstag mitteilte. Die Verhandlungen hatten seit Monaten angedauert.

"Gerade habe ich mit Brittney Griner gesprochen. Sie ist sicher. Sie sitzt in einem Flugzeug. Sie ist auf dem Weg nach Hause", schrieb US-Präsident Joe Biden am Donnerstag bei Twitter. Dazu veröffentlichte der US-Präsident zwei Fotos. Auf einem telefoniert er den Angaben zufolge mit Griner, auf dem anderen hält er ihre Ehefrau Cherelle Griner in den Armen. Auch Vize-Präsidentin Kamala Harris ist auf den Bildern zu sehen.

Russland und die USA hatten bereits in der Vergangenheit ungeachtet der Spannungen im Zuge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine Gefangene ausgetauscht. In einem von den USA heftig kritisierten Verfahren hatte ein russisches Gericht Griner im August wegen Drogenbesitzes zu neun Jahren Lagerhaft verurteilt. Zuletzt war sie in ein Frauenstraflager in der russischen Teilrepublik Mordwinien in der Großregion Wolga verlegt worden. Dabei bestand von Anfang an die Hoffnung, dass die 32-Jährige bei einem Austausch von Gefangenen freikommen könnte.

Verfahren politisch motiviert

Die Athletin hatte nach Feststellung der Justiz bei einer Gepäckkontrolle am Moskauer Flughafen Scheremetjewo sogenannte Vape-Kartuschen und Haschisch-Öl bei sich. Es soll sich um 0,5 Gramm gehandelt haben. Dies wurde als illegaler Drogenbesitz und versuchter Schmuggel gewertet. Das Gericht sah keine mildernden Umstände. Griner hatte sich schuldig bekannt. Washington hatte Moskau von Anfang an ein politisch motiviertes Verfahren vorgeworfen - vor allem wegen des hohen Strafmaßes.

Griner spielte seit 2015 beim russischen Spitzenclub UMMC Jekaterinburg im Ural und gewann mit ihm viermal die Euroleague. In der amerikanischen Frauen-Profiliga WNBA gewann sie 2014 mit den Phoenix Mercury die Meisterschaft, mit der US-Nationalmannschaft holte sie außer zwei Olympiasiegen auch zweimal Gold bei Weltmeisterschaften.

"Händler des Todes" kommt frei

Russland wiederum erhielt im Gegenzug den früheren Sowjetoffizier Viktor Bout. Er sei im Flugzeug auf dem Weg nach Russland, hieß es in Moskau. Er soll verbrecherische Regime und Rebellen in zahlreichen Ländern illegal mit Waffen ausgerüstet haben. Der als "Händler des Todes" berüchtigte Russe war als Waffenhändler in den USA inhaftiert.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa