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Gedenken an Militärputsch in Argentinien vor 50 Jahren

Heute, 20:01 · Lesedauer 1 min

Gewerkschaften, Menschenrechtsorganisationen und linke Gruppen haben 50 Jahre nach dem Putsch des Militärs in Argentinien der Opfer der Diktatur gedacht. Zehntausende zogen am Dienstag durch die Innenstadt von Buenos Aires zum Plaza de Mayo vor dem Regierungssitz. Auf Transparenten war "Nunca más" (Nie wieder) zu lesen. Teilnehmer skandierten Sprechchöre und trugen Fahnen und Banner, vereinzelt auch mit Parolen gegen die Regierung des ultraliberalen Präsidenten Javier Milei.

Nach dem Putsch am 24. März 1976 herrschten die Militärs bis 1983. Laut Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen verschwanden damals bis zu 30.000 Regierungsgegner, linke Aktivisten, Gewerkschafter und Studenten. Im Kampf gegen vermeintliche kommunistische Umtriebe töteten Sicherheitskräfte zahlreiche Menschen in Geheimgefängnissen. Unter anderem ließen die Militärs Regierungsgegner betäuben und gefesselt von Flugzeugen aus in den Río de la Plata werfen.

In vielen Fällen ist das Schicksal der Diktaturopfer noch immer unklar. Menschenrechtsaktivisten gehen zudem davon aus, dass die Militärs rund 500 Babys und Kleinkinder von Regierungsgegnern unter falscher Identität an Pflegeeltern abgegeben haben. Zahlreiche Opfer dieser Praxis wurden in den vergangenen Jahren identifiziert.

Zusammenfassung
  • Zehntausende Menschen haben in Buenos Aires am 50. Jahrestag des Militärputsches in Argentinien der Opfer der Diktatur gedacht und mit Transparenten "Nunca más" (Nie wieder) gefordert.
  • Während der Militärherrschaft von 1976 bis 1983 verschwanden laut Menschenrechtsorganisationen bis zu 30.000 Regierungsgegner, linke Aktivisten, Gewerkschafter und Studenten.
  • Rund 500 Babys und Kleinkinder von Gegnern der Diktatur wurden unter falscher Identität an Pflegeeltern vermittelt, wobei zahlreiche dieser Fälle erst in den letzten Jahren aufgeklärt wurden.