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Gasversorgung: Slowenien aktiviert Notfallplan-Frühwarnstufe

12. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Slowenien hat die Frühwarnstufe im Notfallplan für die Gasversorgung ausgerufen. Die staatliche Energieagentur aktivierte mit heutigen Dienstag die erste Phase des Notfallplans, indem sie die Öffentlichkeit vor möglichen künftigen Versorgungsunterbrechungen warnte und die Verbraucher aufgerufen hat, das Gas vorsorglich rationell zu verwenden, berichtete die Nachrichtenagentur STA.

Die Agentur versicherte, dass die Gaslieferungen nach Slowenien und die Versorgung der Verbraucher derzeit nicht unterbrochen sind.

Keine eigenen Gasspeicher

Sie warnte jedoch vor möglichen zukünftigen Unterbrechungen im Falle geringerer Lieferungen aus Russland. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht bekannt, ob und in welchem Umfang es zu Unterbrechungen kommen würde", hieß es in einer Mitteilung vom Montag. Slowenien hat keine eigenen Gasspeicher. Es hat etwa Kapazitäten in Speichern in Österreicher kontrahiert.

Sloweniens Infrastrukturminister Bojan Kumer betonte, dass es sich bei der Maßnahme lediglich um eine "Frühwarnung beziehungsweise eine Sensibilisierungsphase" handle, während die Gaslieferungen nach Slowenien weiterhin ununterbrochen seien. "Die Sicherheit der Gasversorgung ist auf dem gleichen Niveau wie im letzten Jahr, die Lieferungen basieren auf vorher vereinbarten Verträgen und wir erwarten kurzfristig keine Probleme", sagte er laut STA.

Vorbereitungen auf Heizperiode

Kumer wies darauf hin, dass die Frühwarnphase schon in rund zehn anderen EU-Ländern ausgerufen worden sei. "Die Idee ist, sich auf die Heizperiode vorzubereiten, dass diejenigen, die dazu in der Lage sind - von der Industrie bis zu den gewerblichen Verbrauchern - sich rechtzeitig auf bestimmte Alternativen vorbereiten", sagte der Minister am Montag.

Gasversorgung weiterhin ungestört

Der slowenische Gasgroßhändler Geoplin hat ebenfalls versichert, dass die Gasversorgung in Slowenien trotz verringerten Lieferungen aus Russland weiterhin ungestört sei. Das Unternehmen sieht sich seit Beginn der Wartungsarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nordstream 1 mit reduzierten Gaslieferungen aus Russland konfrontiert, konnte jedoch die Verluste nach eigenen Angaben durch alternative Käufe und die Nutzung von Gasspeichern ausgleichen. Geoplin, das bei der Gasversorgung in Slowenien einen Marktanteil von 70 Prozent hält, mietet auch die Speicherkapazitäten in Österreich an.

Geoplin wollte nicht angeben, in welchem Umfang die Lieferungen aus Russland zurückgegangen sind. Mitte Juni berichtete die Wirtschaftszeitung "Finance", dass Slowenien bis zu einem Viertel weniger Gas erhält. Aufgrund des geringen Verbrauchs im Sommer wurde die Versorgung dadurch nicht beeinträchtigt, die in Österreich und Kroatien angemieteten Gasspeicher sollen aber weniger schnell aufgefüllt werden, so die Zeitung.

Quelle: Agenturen / ddj