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G20 stimmen Corona-Schuldenmoratorium für ärmste Länder zu

15. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Die G20-Staaten haben wegen der Coronavirus-Pandemie einem Schuldenmoratorium für die ärmsten Länder der Welt zugestimmt. "Wir unterstützen eine zeitlich begrenzte Aussetzung der Schuldenrückzahlungen für die ärmsten Länder", erklärten die Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Gruppe am Mittwoch.

Die G20-Staaten haben wegen der Coronavirus-Pandemie einem Schuldenmoratorium für die ärmsten Länder der Welt zugestimmt. "Wir unterstützen eine zeitlich begrenzte Aussetzung der Schuldenrückzahlungen für die ärmsten Länder", erklärten die Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Gruppe am Mittwoch.

"Alle bilateralen offiziellen Gläubiger werden sich an dieser Initiative beteiligen." Auch private Geldgeber wurden aufgerufen, sich der Initiative anzuschließen.

Im Raum standen wegen der immensen Folgen der Pandemie Stundungen von Zinszahlungen und Tilgungen zunächst bis zum Jahresende. Nach Angaben des deutschen Entwicklungsministers Gerd Müller geht es dabei um ein Volumen von 14 Milliarden Dollar (12,77 Mrd. Euro). Ökonomen fordern, den Zeitraum auszudehnen. Teilweise wird auch ein Schuldenerlass für arme Staaten ins Spiel gebracht. "Für mich ist ganz klar, dass natürlich später auch noch weitere Schritte kommen können, die die Länder dann insgesamt in die Lage versetzen, an den Wiederaufbau zu denken", sagte der deutsche Finanzminister Olaf Scholz der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Regierungsvertreter sagte Reuters, die Vereinbarung zu Schuldenerleichterungen könne abhängig von Analysen der Weltbank und des Internationales Währungsfonds (IWF) zur Schuldentragfähigkeit der betroffenen Länder auch verlängert werden. Der IWF teilte mit, die Schuldenerleichterungen würden ab Mai greifen.

Schon im März hatten die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) dazu aufgerufen, von den ärmsten Ländern vorerst keine Schuldenrückzahlung zu verlangen. Dies würde den Entwicklungsländern helfen, im Kampf gegen die Pandemie über die notwendigen Finanzmittel zu verfügen.

Am Dienstag schlossen sich die G7-Finanzminister und Zentralbankchefs diesem Aufruf an und appellierten an die G20, diesen Schritten zu beschließen. Während in der G7-Gruppe die sieben wichtigsten Industrienationen - Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und USA - vertreten sind, gehören der G20-Gruppe neben den G7-Staaten auch zahlreiche Schwellenländer wie Russland, China, Indien, Brasilien und Südafrika an.

Quelle: Agenturen