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Merz: Kurz ist einer der stärksten Regierungschefs Europas

02. Mai 2020 · Lesedauer 2 min

Der mögliche deutsche Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) streut in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" Bundeskanzler Sebastian Kurz Blumen und blickt auf die USA: "Trump macht auch nicht alles falsch".

Friedrich Merz (CDU), der selbst mit Covid-19 infiziert war, gilt als einer der möglichen CDU-Vorsitzenden und damit auch als Kanzlerkandidat und Nachfolger von Angela Merkel. In einem ausführlichen Interview mit der Zeit spricht er über Vorsorge, Sebastian Kurz und die Lockerungen der Maßnahmen.

Friedrich Merz …

… über Sebastian Kurz

"Kurz ist einer der stärkten Regierungschefs, den wir derzeit in Europa haben." Mit diesen Worten lobt der CDU-Politiker Friedrich Merz den heimischen Regierungschef. Merz gefalle "die offene, gerade Kommunikation" von Kurz. Natürlich "passieren sicher auch Fehler, das ist normal in einer großen Krise", so Merz.

… über staatliche Hilfen

"Wir können in der Krise nicht allen helfen", erklärt Merz auf die Frage nach finanziellen Hilfen. Der Staat könne "beim besten Willen etwa den ausgefallenen Umsatz nicht erstatten", denn "alles, was von den öffentlichen Kassen jetzt ausgegeben wird, muss von nachfolgenden Generationen bezahlt werden".

… über Donald Trump

Merz pries immer wieder die USA als Vorbild an, im Interview will er das präzisieren. Er habe "mit Blick auf die USA immer wieder mehr Dynamik und Innovationsfreude in Deutschland und vor allem in Europa gefordert". Und: "Trump macht ja auch nicht alles falsch", seine Rhetorik und sein Verhältnis zur Wahrheit sind aber "gewöhnungsbedürftig".

… über Lockerungen

Mit den Öffnungen sollten wir "vorsichtig sein. Die größten Opfer bringen im Augenblick die Familien, alle, die auf soziale Kontakte oder Betreuung angewiesen sind, etwa in Kitas und Schulen. Das darf nicht aus dem Blick geraten".

… über die steigende Unzufriedenheit mit der Politik

Laut Merz müssen die Politik "der Bevölkerung die Maßstäbe besser vermitteln, anhand derer sie die Entscheidungen trifft". Es müsse auch "eine gewissen Kalkulierbarkeit der Entscheidungsabläufe und der weiteren Schritte für die nächsten Monate geben".

… über den von ihm vorgeschlagenen Immunitätsausweis

Von Merz wurde bereits vor sechs Wochen ein Immunitätsausweis vorgeschlagen. Dafür scheint er noch immer zu sein, allerdings lese er auch, "dass die WHO erhebliche Bedenken hat, weil man eben nicht sicher sein kann, dass jemand, der die Infektion überstanden hat, auch langfristig immun ist".

Mathias MorscherQuelle: Redaktion / moe