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Friede in der Ukraine: Schallenberg hofft auf Indien

02. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Der indische Premierminister Narendra Modi sei einer der wenigen, die regelmäßig mit der Ukraine und Russland im Gespräch sind, sagt Außenminister Schallenberg beim Besuch seines Amtskollegen aus der größten Demokratie der Welt.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) setzt hohe Erwartungen in das neue G20-Vorsitzland Indien als möglichen Vermittler für Friedensverhandlungen in der Ukraine. "Ich glaube, dass eine große Rolle auf Indien zukommt in diesem Zusammenhang", sagte Schallenberg am Montag bei einem Besuch des indischen Außenministers Subrahmanyam Jaishankar in Wien. Jaishankar forderte eine Rückkehr zu Dialog und Diplomatie. "Noch sind wir nicht so weit", schränkte Schallenberg ein.

Indien habe eine Tradition des Ausgleichs zwischen den Weltmächten, so Schallenberg. Der indische Premierminister Narendra Modi sei einer der wenigen, die regelmäßig mit Ukraine und Russland im Gespräch sind. Er habe auch ein deutliches Signal an Russlands Präsident Wladimir Putin gerichtet, wonach dies kein Zeitalter des Krieges sei. Schallenberg sagte, er habe auch hohe Erwartungen an den indischen G20-Vorsitz, "dass sie (Indiens Regierende, Anmerkung) eine der Stimmen der Vernunft sein werden".

Noch werde versucht, in der Ukraine am Schlachtfeld eine Entscheidung zu finden, sagte Schallenberg. "Frieden wird immer am Verhandlungstisch gemacht", auch dieser Krieg werde diesbezüglich keine Ausnahme sein.

"Globale Stimmung" für Ende des Krieges

Indien mache starken Druck für Verhandlungen und Gespräche, sagte Jaishankar in Hinblick auf den Krieg in der Ukraine. "Es gibt heute eine sehr starke globale Stimmung für die Beendigung dieses Konflikts und für die Rückkehr zu Verhandlungen." Ein Großteil der Entwicklungsländer leide unter den gestiegenen Preisen für Energie, Nahrungsmittel und Dünger. Als G20-Vorsitzender habe Indien eine spezielle Verantwortung, dies zu thematisieren.

Jaishankar: Spreche regelmäßig mit Lawrow

Modi habe vor kurzem nicht nur mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, sondern auch mit Putin gesprochen. Er selbst stehe in einem regelmäßigen Austausch mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow und dem ukrainischen Chefdiplomaten Dmytro Kuleba, so Jaishankar. Einige Probleme seien vordringlich zu lösen. Als Beispiele nannte der indische Außenminister den Export von Agrargütern und die Sicherheit des ukrainischen AKW Saporischschja. Jaishankar will den IAEA-Chef Rafael Grossi morgen in Wien treffen.

Der indische Außenminister war im Rahmen seines Arbeitsbesuchs in Wien bereits am Sonntag mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) zusammengetroffen. Er besuchte gemeinsam mit der Regierungsspitze das Neujahrskonzert.

Quelle: Agenturen / Redaktion / kap