APA - Austria Presse Agentur

"Fridays for Future"-Demo gegen Kurz nach Klimaschutz-Sager

23. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Kanzler Kurz bekommt nach seiner Aussage zum Klimaschutz heftigen Gegenwind. Erst widersprach der Koalitionspartner, dann Wissenschafter en masse und nun rief "Fridays for Future" am heutigen Freitag zur Demo auf.

Es sei der falsche Weg zu glauben, dass wir das Klima dadurch retten können, dass wir uns im Verzicht üben. "Der einzig richtige Zugang ist, auf Innovation und Technologie zu setzen", sagte Sebastian Kurz (ÖVP).

Der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Erst widersprach ihm Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne), dann führende Klimaforscher. Das Climate Change Centre Austria (CCCA), das Netzwerk der österreichischen Klimaforscherinnen und -forscher, weist die Behauptung von Kurz, wonach die Klimakrise nur durch Technologie und Innovation zu lösen sei und die Menschen auf nichts verzichten müssten, entschieden zurück. Seine Aussagen in Bezug auf die Klimakrise stünden in Widerspruch zu internationalen und nationalen wissenschaftlichen Studien. Nach diesen stünde vielmehr fest, dass Technik und Innovation alleine die Klimakrise nicht lösen können, sondern zusätzlich soziale Innovation und vor allem geeignete politische und rechtliche Rahmenbedingungen notwendig sind.

Der Wirtschaftsstandort Österreich könne nur durch Klimaschutz langfristig gesichert werden bei dem alle - Politik, Industrie und Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft - an einem Strang ziehen, so der CCCA.

Demo vor dem Bundeskanzleramt

Die "Fridays For Future"-Bewegung hat für den heutigen Freitag zu Mittag zu einer Demo vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz aufgerufen. "Extremwetter-Katastrophen, zuletzt die Überschwemmungen in weiten Teilen Österreichs, haben uns diesen Sommer auf schmerzhafte Weise die Klimakrise greifbar gemacht. Durch die Weitermachen-wie-bisher-Politik wird diese Gefahr nur noch verstärkt. (...) Die ÖVP muss aufhören, Klimaschutz zu blockieren und auf zukünftige Wundertechnologien zu warten. Die Zeit zu handeln ist jetzt", so Mirjam Hohl von "Fridays For Future" in einer Aussendung.

Quelle: Agenturen