APA - Austria Presse Agentur

Klimakrise: Kurz will nicht "zurück in die Steinzeit" - Gewessler kann damit "wenig anfangen"

22. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Kanzler Kurz hält die Bekämpfung des Klimawandels ohne Verzicht, etwa auf den Individualverkehr, für möglich. Damit kann Umweltministerin Gewessler "wenig anfangen".

Es sei der falsche Weg zu glauben, dass wir das Klima dadurch retten können, dass wir uns im Verzicht üben. "Der einzig richtige Zugang ist, auf Innovation und Technologie zu setzen", sagt Sebastian Kurz (ÖVP)  in den "Vorarlberger Nachrichten" und widerspricht damit Klimaschutz- und Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne), die den Verkehr als großes Sorgenkind sieht.

Kurz: Nicht "zurück in die Steinzeit"

Die Frage, ob man als Politiker den Menschen heute guten Gewissens sagen kann, dass es auch ohne Verzicht gehen wird, beantwortet Kurz mit "Ja, das kann man. Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass unser Weg zurück in die Steinzeit sein sollte. Ich halte weder von der ständigen Politik des erhobenen Zeigefingers noch von Fantasien, dass man irgendwie leben könnte wie im vergangenen Jahrhundert."

Gewessler: Kein Wirtschaften auf "krankem Planeten"

Darauf bei einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag angesprochen, kritisierte Gewessler den Kanzler sanft aber bestimmt. Sie könne mit solchen Diskussionen "wenig anfangen". In der Koalition habe man sich auf eine "mutige und konsequente Politik geeinigt". Der Klimawandel sei eine Bedrohung. "Auf einem kranken Planeten gibt es kein gesundes Wirtschaften."

Kurz hingegen steht in der Debatte um den Bau der Schnellstraße S 18 in Vorarlberg auf der Seite von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Dass die ÖVP im Parlament diese Woche einen Grünen Antrag unterstützt hat, der von Infrastrukturministerin Gewessler eine Prüfung zur S18-Schnellstraße fordert, versteht Kurz nicht. Er wisse nicht, was hier passiert sei. "Ich kann nur für mich sprechen. Ich stehe auf der Seite der Bevölkerung und an der Seite des Landeshauptmannes. Wir sind uns einig, dass es sich um ein notwendiges Infrastrukturprojekt handelt, das vor langer Zeit beschlossen wurde und somit auch umgesetzt werden sollte."

Quelle: Agenturen / lam