Macron: Frankreich bleibt defensiv nach Angriff auf Soldaten
Nach dem Angriff auf die Soldaten bei Erbil im Nordirak am Donnerstagabend analysiere die französische Armee die Fakten und Umstände, sagte Macron. Er werde sich am Nachmittag mit dem irakischen Premierminister Mohammed Shia al-Sudani beraten. "Unsere Soldaten wurden angegriffen, während sie - wie wir es seit mehreren Jahren tun - im Rahmen einer internationalen Koalition gegen das Wiederaufleben des Terrorismus in der Region und im Dienste der irakischen Souveränität kämpften. Das ist natürlich inakzeptabel", sagte der französische Präsident.
Wer hinter dem Angriff auf den von den Franzosen genutzten Stützpunkt etwa 40 Kilometer südwestlich von Erbil steckte, blieb zunächst unklar. Eine pro-iranische bewaffnete Gruppe kündigte auf dem sozialen Netzwerk Telegram, an, "alle französischen Interessen im Irak und in der Region" ins Visier nehmen zu wollen, nachdem Frankreich seinen Flugzeugträger "Charles-de-Gaulle" in die Region verlegt habe. Zu dem Angriff auf die französischen Soldaten bekannte sich die Gruppe Ashab al-Kahf aber nicht explizit.
Wie das französische Verteidigungsministerium mitteilte, befanden sich die sechs verletzten Soldaten weiterhin in einer Klinik im Irak. Ihre Rückholung nach Frankreich werde vorbereitet, wie auch die des getöteten Hauptfeldwebels.
Italien zieht nach Drohnentreffer Soldaten von Stützpunkt ab
Zuvor war am Donnerstag bereits ein italienischer Militärstützpunkt in Erbil von einer Drohne getroffen worden. Dabei wurde niemand verletzt. Die Regierung in Rom kündigte nach dem Angriff an, dass sie ihre Soldaten von dem Stützpunkt abziehe. Dies sei aber lediglich "vorläufig", sagte Verteidigungsminister Guido Crosetto dem Fernsehsender Rai Uno.
Der italienische Außenminister Antonio Tajani teilte mit, es sei noch unklar, ob die Attacke sich gezielt gegen die italienischen Soldaten gerichtet habe. Die italienische Basis befindet sich innerhalb einer Militäranlage, in der sich auch Stützpunkte von Soldaten anderer Staaten befinden, darunter aus den USA und Deutschland.
Seit Beginn des Iran-Kriegs vor fast zwei Wochen ist auch die Kurdenregion im Nordirak immer wieder mit Drohnen attackiert worden. Die Angriffe wurden pro-iranischen Gruppen zugeschrieben. Die meisten Geschosse wurden von der Luftabwehr abgefangen.
Iraks Nachbarland Iran wird seit Ende Februar von Israel und den USA massiv aus der Luft angegriffen. Teheran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.
Zusammenfassung
- Die französische Armee analysiert die Umstände des Angriffs, während die verletzten Soldaten weiterhin im Irak medizinisch behandelt und ihre Rückholung nach Frankreich vorbereitet wird.
- Auch ein italienischer Stützpunkt in Erbil wurde am selben Tag von einer Drohne getroffen, woraufhin Italien seine Soldaten vorläufig abzog; seit Beginn des Iran-Kriegs vor zwei Wochen häufen sich Drohnenangriffe pro-iranischer Gruppen in der Region.
