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Frankreich: Streiks greifen auf weitere Bereiche über

18. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Nach dem wochenlangen Arbeitskampf in Frankreichs großen Raffinerien haben die Gewerkschaften im Kampf um höhere Löhne am Dienstag die Streiks ausgeweitet.

Neben den Tankstellen sind nun auch öffentliche Bereiche wie Schulen und das Transportwesen betroffen. Trotz einer ersten am Freitag erzielten Einigung rief zudem die linke Gewerkschaft CGT beim Öl- und Gaskonzern TotalEnergies die vierte Woche in Folge zu Arbeitsniederlegungen auf.

Blockade trotz Einigung "keine normale Situation"

Die vereinbarte Lohnerhöhung um sieben Prozent plus Bonus sei angesichts der Inflation und der Riesengewinne des Konzerns nicht ausreichend, hieß es.

Der Sprecher der französischen Regierung, Olivier Veran, kündigte an, dass im Laufe des Tages weiteres Personal angefordert werde, um die Versorgung der Tankstellen sicherzustellen, wo inzwischen der Sprit knapp wird. "Es wird so viele Anforderungen geben, wie es für notwendig erachtet wird ... Das Blockieren von Raffinerien, wenn wir eine Einigung über Löhne erzielt haben, ist keine normale Situation", so Veran.

Streiks bei Atomkonzern und Eisenbahnen

Während die Spannungen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone zunehmen, haben die Streiks bereits auf andere Teile des Energiesektors übergegriffen, einschließlich des Atomgiganten EDF, wo sich die für Europas Stromversorgung entscheidenden Wartungsarbeiten verzögern werden.

Der Betreiber der französischen Bahn SNCF teilte mit, der Nahverkehr sei um 50 Prozent zurückgegangen. Es gebe aber keine größeren Störungen im Fernverkehr. Bei Eurostar hieß es, einige Züge zwischen London und Paris seien wegen des Streiks annulliert worden.

Vergangene Woche hatten erste Raffinerien mit den Gewerkschaften Einigungen erzielt. So wurde der Streik bei ExxonMobile ausgesetzt. Die französische Regierung drohte zuletzt, sich in den Tarifkonflikt einzuschalten. Durch den Ausstand waren über 60 Prozent der Raffineriekapazitäten in Frankreich lahmgelegt worden. Die Verhandlungen zwischen TotalEnergies und der CGT waren zuletzt festgefahren.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp