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Stronach bezahlte Inserate für Wallentin in der "Krone"

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Tassilo Wallentin kandidiert als Bundespräsident. In einer Pressekonferenz gab Wallentin bekannt, dass Unternehmer Frank Stronach für das Inserat in der "Kronen Zeitung" aufgekommen sei.

Auf einer Doppelseite der Sonntag-Ausgabe der "Kronen Zeitung" fanden sich vorgefertigte Unterstützungsformulare für den Ex-"Krone"-Kolumnisten und Bundespräsidentschaftskandidat Tassilo Wallentin.

In einer Pressekonferenz gab Wallentin bekannt, dass der Unternehmer Frank Stronach für das Inserat in der "Kronen Zeitung" aufgekommen sei. Der Ex-"Krone"-Kolumnist meinte, er sei selbst in die Verhandlungen nicht involviert gewesen. Gezahlt wurde der übliche Inseratenpreis, laut Wallentin. Gemäß "Kurier"-Recherchen kosten drei Seiten in der "Krone bunt" rund 110.000 Euro.

Spende im "niedrigen sechsstelligen Betrag"

Frank Stronach unterstütze ihn bei seiner Kandidatur mit einem "niedrigen sechsstelligen Betrag", legte Wallentin bei seiner Pressekonferenz am Montag offen. Inhaltliche habe der Magna-Gründer keine Vorgaben gegeben. Wallentin meinte, der Unternehmer würde ihm vertrauen und ihn durch seine "Lebensweisheiten" unterstützen. 

Gedruckt wurden die Unterstützungsformulare, damit Staatsbürger:innen sehen, wie dieser politischer Vorgang funktioniere. Dieser sei Wallentin zufolge ein "absurder Vorgang". Auf dem Magistrat soll es zudem Probleme gegeben haben seinen Namen als Bundespräsidenten-Kandidaten zu finden.

Die Entscheidung zu kandieren sei "spontan" getroffen worden. Dabei habe ihm ein Zitat von Apple-Gründer Steve Jobs inspiriert: "Ihr seid bereits nackt. Es gibt keinen Grund, nicht eurem Herzen zu folgen". Der Ex-"Krone"-Kolumnist meint das "Land fährt gegen die Wand" und, dass es "möglicherweise vor dem Abgrund" stehe. Inhaltlich wolle sich Wallentin auf die Themen Inflation, Gaskrise, ​​Migrationskrise und Neutralitätskrise konzentrieren. 

Haider kein Vorbild

Wallentins Sager, dass er "weder links noch rechts" sei, sondern "vorne" habe er unter Berufung des verstorbenen Ex-FPÖ- und BZÖ-Chefs gewählt, weil er den "Sager recht gut" fand.

Der verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider sei ein "herausragendes politisches Talent" gewesen. Wallentin sieht ihn jedoch nicht als Vorbild an, sagte er in der Pressekonferenz.

 

Selenskyj eine "dubiose Figur"

Die Positionierung von Österreich zu den Russland-Sanktionen sei laut Wallentin "katastrophal". Er finde es erschreckend, wie ein Kanzler im Alleingang, diese politischen Entscheidungen treffen konnte. Auch einer Europäischen Armee stehe er negativ gegenüber. Selbst wenn Österreich Soldat:innen für humanitäre Gründe schicken würde und diese dabei in einen Konflikt geraten würde, würden wir uns im Krieg befinden. 

Jede Politik müsse sich auf eine Friedenspolitik und auf die österreichische Neutralität besinnen, so Wallentin. Den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bezeichnete er als "dubiose Figur". Der Bundespräsidentenkandidat sei für eine Entmilitarisierung der Ukraine und einer Neutralität nach österreichischem Vorbild. Im Gegenzug würden russischen Truppen den Abzug antreten. 

Kanzler zeitliche Frist setzen

In dramatischen Fällen könne er sich aber vorstellen, dem jeweiligen Kanzler eine zeitliche Frist zu geben, um die entsprechenden Probleme zu lösen. Denn wenn er sehe, dass das Land "vor die Hunde geht", dürfe man nicht zuschauen. "Ich würde mir den Kanzler holen, und ihm sagen, wollen sie Kanzler bleiben?"

Zugleich bestätigte er, dass es auch Gespräche mit der FPÖ gegeben habe, um mit deren Unterstützung als "unabhängiger Kandidat" ins Rennen zu gehen. Daraus sei jedoch aus inhaltlichen Gründen nichts geworden.

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  • In einer Pressekonferenz gab Wallentin bekannt, dass Unternehmer Frank Stronach für das Inserat in der "Kronen Zeitung" aufgekommen ist.

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