APA - Austria Presse Agentur

FPÖ wettert bei Wahlkampfauftakt in Wien gegen Corona-Ampel

10. Sept 2020 · Lesedauer 3 min

Die Wiener FPÖ hat am Donnerstagabend ihren offiziellen Wahlkampfauftakt für die Wien-Wahl begangen.

Auf dem Platz vor dem Meiselmarkt in Rudolfsheim-Fünfhaus kritisierten die Spitzenvertreter der Blauen unter anderem die Corona-Ampel. Diese sei ein "Symbol der Angst", zeigten sie sich überzeugt. Der ÖVP wurde unterstellt, dieses Instrument bewusst im Wahlkampf einzusetzen. Die Corona-Ampel beruhe auf keiner Verordnung, beklagte Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp. Man probiere wieder, Bürgerrechte und Freiheitsrechte einzuschränken: "Jetzt ist ja schon die Debatte, wir kommen auf Orange oder vielleicht, wenns ganz schlecht ausschaut für die ÖVP bei Umfragen am 11. Oktober, wird noch auf Rot gestellt, um die Wahl abzusagen. Wir wissen ja nicht, zu welchen demokratiefeindlichen Mitteln die greifen."

Mit der Ampel solle sich Schwarz-Rot-Grün "über die Häuser" hauen, wurde den politischen Mitbewerbern ausgerichtet. "Wir sind keine kleinen Kinder, wir brauchen keinen Babyelefanten, wir brauchen keine Corona-Ampel. Wir sind mündige Bürger und gemeinsam als freie mündige Bürger stehen wir alle hier zusammen und bekämpfen diesen Coronawahnsinn."

"Wir sind natürlich keine Coronaleugner."

"Ich sehe, ihr habt euch nicht verunsichern lassen durch irgendwelche Ampelschaltungen", lobte Bundesparteichef Norbert Hofer die anwesenden blaue Fanschar - in der Abstände weitgehend gewahrt blieben, da der Platz für die laut FPÖ 1.000 Besucher groß genug war. "Meine Lieben, lasst euch nicht in Angst und Schrecken versetzen", bat er. Wobei er hinzufügte: "Wir sind natürlich keine Coronaleugner." Man leugne ja auch nicht Hämorrhoiden, die Grippe oder Aids.

Jede Krankheit sei gefährlich, die eine mehr oder weniger, gab er zu bedenken. Aber die Zahl der Infektionen gebe keine Auskunft darüber, wie gefährlich die Lage sei. Er habe den Verdacht, dass die Regierung die Gelegenheit nutze, um eigene Ziele umzusetzen, "nämlich um die Menschen zu überwachen". Er kritisierte Aussagen wie "Das Virus kommt mit dem Auto": "Das hätte es bei mir als Verkehrsminister nicht gegeben, dass es mit dem Auto kommt, das Virus, ohne Führerschein. Das hätte ich zu verhindern gewusst."

Hofer zeigte sich erbost darüber, dass der Gesundheitsminister alleine entscheiden könne, dass Quarantäne über alle verhängt werde. "Auch dass wird verfassungswidrig sein", mutmaßte der FPÖ-Chef. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat ersuchte den Bundespräsidenten, das Wort zu erheben, da die Bevölkerung betrogen würde. "Und was wir uns auch nicht gefallen lassen dürfen, ist eine Zwangsimpfung", sagte Hofer. Es gebe derzeit noch schwere Nebenwirkungen bei den Mitteln. Die Österreicherinnen und Österreicher seien keine Versuchskaninchen.

PULS 24 Chefreporterin Manuela Raidl analysiert im Gespräch mit Anchor Thomas Mohr die beiden Veranstaltungen und die thematischen Inhalte.

"Wir haben die falschen Menschen ins Land geholt"

Auch das Thema Zuwanderung und Integration stand einmal mehr im Fokus einer FPÖ-Kundgebung. Viele Menschen würden sich in der Stadt nicht mehr heimisch fühlen, beklagte der Wiener Parteichef Nepp. Man werde etwa schonungslos aufzeigen, dass einige Nationalitäten bei den Straftätern besonders häufig vertreten seien. Auch sprach sich Nepp dafür aus, dass die Mindestsicherung an die Staatsbürgerschaft gekoppelt werden müsse.

"Wir haben die falschen Menschen ins Land geholt", zeigte sich auch Hofer überzeugt. Er berichtete, dass er Morddrohungen erhalte, seit er vor kurzem behauptet habe, der Koran sei gefährlicher als Corona.

Ziege für Nepp

Die FPÖ, so stellte Hofer klar, werde alles daran setzen, in Zukunft auch wieder mitzuregieren. "Wir werden ein beeindruckendes rot-weiß-rotes patriotisches Signal senden", übte sich auch Nepp in Zuversicht. Von seinem Bundesparteichef wurde ihm für die Zeit nach der Wahl bereits ein Geschenk in Aussicht gestellt: "Lieber Dominik, wir schenken dir nach dem 11. Oktober eine Ziege, die fressen ganz viel Grün."

Quelle: Agenturen