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FPÖ-Streit um Flüchtlings-Aufnahme: Hofer und FPÖ-Länderchefs dafür, Kickl sieht EU gefordert

28. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

FPÖ-Chef Herbert Kickl will, dass Flüchtlingen in Nachbarländern der Ukraine geholfen wird, zuständig sei die EU. Die FPÖ-Chefs von Salzburg und Tirol sowie Norbert Hofer sind hingegen dafür, dass Österreich Geflohene aufnimmt. Es sei "unsere Pflicht", so Tirols FPÖ-Chef Abwerzger.

Die Flüchtlinge sollten primär in den Nachbarländern aufgenommen werden, forderte Parteichef Herbert Kickl in einer Aussendung. Ob Österreich abgesehen von humanitärer Hilfe in der Region einen Beitrag zur Aufnahme leisten könnte, ließ die FPÖ offen.

Kickl: Konflikt wird nicht ewig dauern

Zumindest in erster Linie sollten die Flüchtlinge in den Nachbarländern der Ukraine wie Rumänien, Ungarn, Slowakei und Polen Unterkunft finden. Aus jetziger Sicht gehe er nicht davon aus, dass dieser Konflikt ewig andauern werde. Es sei daher auch die vordringliche Aufgabe der EU, die Unterbringung und humanitäre Versorgung dieser Menschen möglichst nahe an deren ukrainischer Heimat sicherzustellen, um ihnen nach dem Krieg eine rasche Rückkehr dorthin zu ermöglichen, so Kickl.

Als Österreichs Beitrag sieht der Chef der Freiheitlichen finanzielle Zuwendungen sowie die Lieferung von Hilfsgütern. Österreich sei als Ort für weiterführende Gespräche und Verhandlungen bereit, so der FPÖ-Klubobmann.

Hofer lobt Österreichs Flüchtlingsaufnahme

Parteikollege Norbert Hofer hingegen begrüßt, "dass unser Land bereit ist, Menschen aufzunehmen, zu versorgen und zu schützen", wie er am Sonntag auf Twitter schrieb. Er lobte "als ehemaliger Verkehrsminister" auch, dass die ÖBB flüchtenden Ukrainern den Fahrpreis erlässt. 

Deutlich für eine Aufnahme von Flüchtlingen sprach sich zuvor auch der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger aus: "Die Ukraine ist unser Nachbar. Humanitäre Hilfe ist unsere Pflicht. Dazu zählt auch die Aufnahme von geflüchteten Menschen, sowie die Bereitstellung medizinischer Hilfe", schrieb er bereits am Samstag auf Twitter.

Die Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek gab dem Tiroler Kollegen ihre "volle Zustimmung". "Einige Autos mit ukrainischem Kennzeichen auf #A1 am Weg v. Wien Richtung Westen. Diesen Menschen muss bei uns Schutz geboten werden, während trotzdem viele vor Ort weiter kämpfen werden. Das kann ein Nachbar & neutrales Land wie Österreich jedenfalls leisten", schrieb sie ebenfalls am Samstag.

 

Quelle: Agenturen