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Kickl: Man müsse versuchen, auch Russland zu verstehen

22. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

FPÖ-Chef Herbert Kickl hat sich einmal mehr für die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland ausgesprochen. Die Sanktionen würden Europa in eine Wirtschaftskrise treiben, zeigte er sich überzeugt. Zudem ersuchte Kickl um Verständnis für den Aggressor. Denn der Konflikt habe eine "Vorgeschichte".

Es drohe ein Winter ohne Versorgungssicherheit etwa bei Erdgas, so Kickl am Montag im ORF-Sommergespräch. "Was ist dann los, wenn die Industrie strauchelt?". Auf die Frage, ob er glaube, dass Russlands Präsident Wladimir Putin sofort mit uneingeschränkten Gaslieferungen reagieren werde, wenn man Sanktionen aufhebe, meinte Kickl: "Da wird man Gespräche führen müssen, um Gottes Willen." Es sei "unglaublich viel Porzellan zerschlagen worden".

Zweifel an Sieg der Ukraine

In Russland hingegen würden die Sanktionen nicht wie gewünscht wirken, zeigte sich Kickl überzeugt. Auf den Hinweis, dass dort die Wirtschaft deutlich eingebrochen sei, versicherte der Chef-Blaue: "In Moskau herrscht ein weitgehend normales Leben." Er bat generell um eine differenzierte Betrachtung des Überfalls: "Man muss den Versuch machen, auch die andere Seite zu verstehen."

Denn es gebe eine "Vorgeschichte" des Konflikts, man müsse Verständnis für die "Sicherheitsinteressen" Russlands haben. Der FPÖ-Chef meldete Zweifel an einem Sieg der Ukraine an. "Denken Sie, dass die Ukraine den Krieg gewinnen kann?" Russland sei immerhin eine Supermacht mit Atomwaffen. Als Lösungsmöglichkeit sieht er etwa eine Zwei-Staaten-Lösung, wie Kickl erläuterte.

"Mehr Besonnenheit" in Klimafrage

Breche man nicht aus dem "Sanktionsteufelskreis" aus, würden die Preise "davongaloppieren". Eine mögliche Sofortlösung wäre laut Kickl eine Reduktion der Umsatzsteuer, eine Gaspreisbremse - oder die Erdgasförderung mittels Fracking in Niederösterreich.

Generell wünsche er sich, dass man aufhöre, Gas zu verteufeln, bat der FPÖ-Obmann. Er sei dafür, dass man in der Klimafrage mit "mehr Besonnenheit" agiere.

Quelle: Agenturen