Florian Klenk: "Sie waren korrupt, Herr Gudenus"

30. März 2022 · Lesedauer 3 min

Bei den "Politik Insidern" diskutierten der ehemalige FPÖ-Politiker Johann Gudenus und "Falter" Chefredakteur Florian Klenk über den Hessenthaler-Prozess und das Ibiza-Video.

Am Mittwoch fiel das Urteil im Drogenprozess gegen den mutmaßlichen Drahtzieher des Ibiza-Videos, Julian Hessenthaler: Schuldig für den Tatvorwurf der Urkundenfälschung, schuldig bezüglich des Drogenhandels. Das Urteil - dreieinhalb Jahre Haft - ist nicht rechtskräftig. Anlässlich dieses Schuldspruches lieferten sich Florian Klenk und Johann Gudenus bei PULS 24 eine hitzige Diskussion.

Gudenus will das Urteil selbst nicht bewerten. Er sehe das entspannt, "denn so wichtig ist mir der Herr Hessenthaler auch wieder nicht". Klenk sieht hingegen ein "besorgniserregendes Urteil". Der Richter habe selbst gesagt, er hätte Schwierigkeiten gehabt, den Aussagen einer Belastungszeugin zu folgen.

"Kafkaesk"

Zeugen seinen von Novomatic gezahlt worden und hätten sich widersprochen. Sie hätten ausgesagt, dass sie von Hessenthaler die Drogen bekommen hätten. Die Frage sei, ob die Zeugen durch die Zahlung beeinflusst waren, so der "Falter" Chefredakteur. Der Richter hätte die Widersprüche der Zeugen schließlich als Beweis dafür genommen, dass diese sich nicht abgesprochen hätten. Das sei "kafkaesk". 

Johann Gudenus interessiert an dem Prozess vor allem, das Hessenthaler hinter dem Ibiza-Video stecken dürfte. Dass das Video publik wurde, ist für ihn eine "journalistische Drecksleistung". Klenk kontert und erklärt nochmals, was damals auf Ibiza passiert ist: Gudenus und Strache hätten "einer ihnen völlig unbekannten Frau angeboten - und das ist auf Video dokumentiert, dass sie Aufträge der STRABAG bekommt, [...] wenn sie ihnen die Kronen Zeitung kauf", erinnert Klenk. "Zack, zack, zack", habe Gudenus dort die kritischen Journalisten aus der Kronen Zeitung "raushauen" wollen. Es sei "Ihre Drecksleistung" gewesen, sagt er zu Gudenus, "Sie waren korrupt".

Beim Koksen gefilmt

"Dieser Herr Hessenthaler, der sie dort in die Falle gelockt hat und der ihnen auch eine Line Koks aufgelegt hat, wie wir alle wissen" habe Gudenus laut Klenk "kompromittiert". Gudenus habe sich aber auch "kompromittieren" und "erpressbar" machen lassen. "In dem sie im Hinterzimmer mit ihm koksen und sich filmen lassen dabei als Vizebürgermeister von Wien - auch keine schlechte Leistung". Die Journalisten der "Süddeutschen Zeitung", des "Spiegels" und des "Falters" hätten das dokumentiert, was zum Rücktritt Gudenus geführt hätte - und zwar "freiwillig", wie Klenk betont. 

Lohninger von Urteil im Hessenthaler-Prozess "schockiert"

Gudenus sieht das heute anders: Er habe gewusst, wie nach "einem der größten journalistischen Skandale der letzten Jahrzehnte", die Partei und die Familie "durch den Dreck" gezogen worden wären. Darum sei er zurückgetreten. Gudenus behauptet, dass strafrechtlich von Ibiza nichts über geblieben sei. Klenk verweist auf die erstinstanzliche, nicht-rechtskräftige, Verurteilung von Heinz-Christian Strache

"Manipulativ verstümmelt"

Gudenus behauptet, das Ibiza-Video sei "manipulativ verstümmelt" veröffentlicht worden. Klenk verweist darauf, dass das ganze Video im Internet verfügbar sei. "Alle können das Video sehen". Für Klenk war der Abend auf Ibiza jedenfalls Gudenus' "zweite schwere Verfehlung". Die erste Verfehlung wäre das Treffen von Gudenus mit Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow gewesen, so Klenk, der Kadyrow einen "Folterpräsidenten" nennt, der jetzt in der Ukraine kämpfen würde. Gudenus habe außerdem Kontakte zur serbischen Mafiabossen. 

Auf einen grünen Zweig fanden die Diskussionsgegner bei den "Politik Insidern" nicht. Gudenus behauptete Klenk habe "keine Ahnung von Tuten und Blasen" und der Falte würde "zu hundert Prozent" aus Inseraten, ein Großteil davon von der Stadt Wien, finanziert werden. Klenk stellt klar, dass das eine Lüge sei und will kurzzeitig das Studio verlassen. 

Quelle: Redaktion