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Fischer fanden vor Calais Leiche in Netz

10. Dez 2021 · Lesedauer 2 min

Mehr als zwei Wochen nach dem Kentern eines Bootes mit Migranten im Ärmelkanal mit mindestens 27 Toten haben Fischer im Netz ihres Kutters vor Calais eine Leiche gefunden. Nach einer Lagebesprechung mit der Wasserschutzpolizei sei das Fischerboot am Freitag in den Hafen von Calais zurückgekehrt, teilte die Maritime Präfektur am Abend mit. Die Gendarmerie kümmerte sich um den Toten. Die Staatsanwaltschaft in Boulogne-sur-Mer hat Ermittlungen aufgenommen.

Ob der Fund des Toten im Zusammenhang mit dem Untergang des Bootes steht, müssen die Ermittlungen noch ergeben. Am 24. November hatte ein aufblasbares Boot bei der illegalen Überfahrt von Nordfrankreich nach Großbritannien Luft verloren, die Migranten waren ins Wasser gestürzt. Ein Fischerboot entdeckte die mitten im Ärmelkanal treibenden Toten. Darunter befanden sich fünf Frauen und ein kleines Mädchen. Zwei Überlebende erhoben schwere Vorwürfe gegen britische und französische Behörden. Von ihrem sinkenden Boot aus hätten sie die französische Küstenwache und die britische Polizei alarmiert. Beide hätten jeweils auf die andere Seite verwiesen, niemand habe geholfen.

Die Flüchtlingskrise bei Calais dauert bereits seit Jahren an. Seit dem Kentern des Bootes ringen Frankreich und Großbritannien wieder verstärkt um den Umgang mit der steigenden Zahl von Migranten, die über den Ärmelkanal nach Großbritannien gelangen. Eine Lösung ist bisher nicht in Sicht.

Quelle: Agenturen