Fellner zu Ermittlungen: Schmid könne schreiben, was er wolle

11. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

"Österreich"-Chef Wolfgang Fellner dementiert in die Inseratenaffäre um Sebastian Kurz involviert zu sein. Es haben "ganz sicher" keine Gefälligkeitsberichterstattung gegeben.

"Ich habe keine Rolle in der Causa", sagte der Chef der "Österreich"-Mediengruppe, Wolfgang Fellner, am Montag im Arbeits- und Sozialgericht Wien im Anschluss an eine Verhandlung rund um sexuelle Belästigung. Er könne "zu hundert Prozent" ausschließen, dass es manipulierte Umfragen oder wohlwollende Berichterstattung im Gegenzug für Inserate gegeben habe: "Wir sind Opfer und nicht Täter."

Vorwurf der Inseratenkooperation

Wolfgang Fellner und seinem Bruder Helmuth Fellner werden im Zuge von Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) als Beschuldigte in Zusammenhang mit Bestechung und Untreue geführt. Sie sollen Inseraten- und Medienkooperationsvereinbarungen mit dem Team rund um Kurz getroffen haben. Für Inserate sollen sie gefällig berichtet und manipulierte Umfragen publiziert haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Am Rande des Prozess gegen Raphaela Scharf, äußert sich Fellner zur Inseraten-Affäre. PULS 24 berichtet.

"Was behauptet wurde, ist schlicht und ergreifend falsch", sagte Wolfgang Fellner. Thomas Schmid, ehemaliger Generalsekretär im Finanzministerium, könne schreiben, was er wolle. Er selbst habe nahezu keinen Kontakt zu ihm und keinen Schrift- oder SMS-Verkehr mit ihm, so der Medienmanager. Man habe stets ein "Höchstmaß an redaktioneller Unabhängigkeit" praktiziert.

Umfragedaten überprüft

In Bezug auf gefälschte Umfragen meinte er, dass diese "unangenehm" für das Finanzministerium seien. "Wir sind bei weitem nicht die einzigen, die sie bekommen haben", behauptete Fellner. Die Mediengruppe habe viele, aber nicht alle abgedruckt. Von "Österreich" selbst bei Research Affairs beauftragte Umfragen seien "nachweislich von uns bezahlt und nicht manipuliert". Um zu diesem Schluss zu kommen, habe man die Rohdaten selbst überprüft.

PULS 24 Reporterin Josephine Roek berichtet vom Prozess von Medienmacher Fellner gegen seine Ex-Mitarbeiterin Scharf auf Unterlassung ihrer Belästigungsvorwürfe.

Österreich klagt Republik

Die Verlagsgruppe "Österreich" bringt eine Amtshaftungsklage gegen die Republik ein, wie am Sonntag bekannt wurde. Die Hausdurchsuchungen sowie die Handy-Überwachung im Auftrag der WKStA seien rechtswidrig gewesen, berief sich das Medienunternehmen auf die Rechtsschutzbeauftragte des Obersten Gerichtshofs. Fellner hielt am Montag dazu fest, dass die Hausdurchsuchung selbst fair und konstruktiv abgelaufen sei. Man habe alle Unterlagen übergeben. Dass die Hausdurchsuchung nach Ansicht der Mediengruppe jedoch rechtswidrig sein soll, "wird Konsequenzen nach sich ziehen", nahm Fellner an. Die WKStA widersprach, dass es zu rechtswidrigen Vorgängen im Zuge der Ermittlungen gekommen ist.

Quelle: Agenturen / apb