APA - Austria Presse Agentur

Faßmann schließt erneutes Homeschooling aus

29. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Obwohl einige Bundesländer wieder Verschärfungen der Corona-Maßnahmen angekündigt haben, soll die Schule davon unberührt bleiben. Eltern müssten nicht vor Homeschooling "zittern", sagte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Freitag nach der Konferenz der Landesbildungsreferenten in Tirol. "Ich habe nicht nur die Überzeugung, sondern auch die Gewissheit, dass die Schule offen bleibt", sagte Faßmann. Man sei in der Schule "sehr gut" für die Pandemie gerüstet, meinte er.

Wenn die Schulen geschlossen würden, hätte man ein wichtiges Mittel zur Pandemiebekämpfung weniger, argumentierte der Bildungsminister. Zumal man anhand der vielen Tests einen guten Überblick über das Infektionsgeschehen erhalte, zeigte er sich mit dem Testsystem zufrieden.

Bei der Landesreferentenkonferenz für Elementarpädagogik und Bildung wurden zudem einige Beschlüsse und Vorhaben präsentiert, die Lehrerinnen und Lehrer künftig entlasten und es ihnen ermöglichen sollen, sich auf ihre pädagogischen Aufgaben konzentrieren zu können. Eine "innerschulische Arbeitsteilung" sei nämlich "nicht wirklich vorhanden", wies Faßmann auf Defizite hin. Daher wolle man zusätzliches administratives Personal einsetzen. Dafür seien noch Verhandlungen im Rahmen des Finanzausgleichs vorgesehen.

Außerdem soll das Berufsfeld der Freizeitpädagogik in Richtung "pädagogische Assistenzleistung" aufgewertet werden. Freizeitpädagoginnen und -pädagogen sollen künftig nicht nur am Nachmittag, sondern auch am Vormittag eingesetzt werden können. Diese würden derzeit im ländlichen Bereich an mehreren Standorten arbeiten, das sei auch aus arbeitsrechtlicher Sicht schwierig, sagte Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP).

Zudem steht eine neue 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern im elementarpädagogischen Bereich an, die bis kommenden Herbst fertig sein soll. Laut Faßmann ist der Bund bereit, hier mehr Geld zu investieren. Palfrader pochte darauf, dass auch für die sprachliche Förderung im vorschulischen Bereich mehr Mittel in die Hand genommen werden. Darauf, wie viel das alles kosten soll bzw. wie viel Geld die Länder für diese Maßnahmen brauchen, wollte sich am Freitag aber noch niemand festlegen. Man müsse sich intensiv damit auseinandersetzen, wie man die Berufe in der Elementarpädagogik - auch für Männer - attraktiver gestalten könne, räumte Salzburgs Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) ein.

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) lobte indes die gute Kommunikation über "Partei- und Bundesländergrenzen" hinweg. Bei der Konferenz wurde ein Beschluss erneuert, der den häuslichen Unterricht regelt, berichtete er. Darin ist u.a. ein verpflichtendes Elterngespräch bei Schulabmeldungen enthalten. Kaiser freute sich, dass mittlerweile in allen Bundesländern viele Schülerinnen und Schüler, die zu Beginn des Schuljahres zu Hause unterrichtet wurden, wieder in den Schulen sind. Er meinte außerdem, dass es aufgrund pandemiebedingter Lernrückstände bis mindestens Ende des Sommersemesters noch zusätzliche Förderstunden brauchen werde.

Salzburgs Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) sprach indes die Problematik des Lehrermangels an: "Der Fachkräftemangel ist bei den Lehrerinnen und Lehrern angekommen", hielt sie fest. Vor allem seit die Ausbildungszeit verlängert wurde, mache sich dies in der Primarstufe sowie in den Mittelschulen bemerkbar. Vorstellbar sei daher wieder eine Verkürzung um ein Jahr - dafür solle eine Woche pro Jahr für Fortbildung vorgeschrieben werden. Auch brauche die sonderpädagogische Ausbildung einen neuen Stellenwert, war sie überzeugt.

Quelle: Agenturen