AFP

Gaza: Ramadan beginnt, überschattet von Krieg und Hunger

0

Überschattet vom Gaza-Krieg beginnt für Millionen Muslime rund um den Globus mit dem ersten Tag des Ramadans ihre wochenlange Fastenzeit.

Der muslimische Fastenmonat beginnt je nach Sichtung der Neumondsichel zu einem anderen Zeitpunkt und kann von Land zu Land variieren. In Saudi-Arabien, Katar, Ägypten, in den palästinensischen Gebieten und zahlreichen anderen Ländern beginnt der Ramadan am Montag, dem 11. März. Im Iran etwa, in Libyen, Marokko und Jordanien beginnt der Fastenmonat am Dienstag.

Auch für die 746.000 Muslime in Österreich beginnt die Fastenzeit bereits am Montag.

Gläubige Muslime verzichten im Ramadan einen Monat lang von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Am Abend treffen sich die Menschen traditionell zum gemeinsamen Fastenbrechen. Das Fasten während des Ramadans ist eine der fünf Säulen des Islams. Weltweit gibt es Schätzungen zufolge rund 1,9 Milliarden Muslime.

Die meisten davon leben in Indonesien, Indien, Pakistan und Bangladesch. Im arabischen Raum liegen in Saudi-Arabien die beiden heiligsten Stätten des Islams, Mekka und Medina.

Ramadan vom Gaza-Krieg überschattet

Der Fastenmonat wird dieses Jahr von den Entwicklungen im Gazastreifen überschattet, wo seit Anfang Oktober ein israelischer Militäreinsatz gegen die islamistische Terrororganisation Hamas läuft.

Die Vermittler USA, Ägypten und Katar hatten zuvor erfolglos versucht, vor dem Ramadan, der in mehreren muslimischen Ländern am Montag beginnt, eine Einigung über eine Feuerpause und eine Geiselfreilassung im Krieg zwischen Israel und der militanten Palästinenser-Organisation Hamas herbeizuführen.

Der Krieg im Gazastreifen war durch den brutalen Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober ausgelöst worden, bei dem nach israelischen Angaben etwa 1.160 Menschen getötet sowie rund 250 als Geiseln verschleppt wurden.

Lage in Gaza: Wann kommt Waffenruhe?

Nahostexperte Ben Segenreich im Interview

Gaza: Über 31.100 Menschen getötet

Israel geht seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach aktuellen Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums vom Montag, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, bisher mehr als 31.100 Menschen getötet. 72.760 seien verletzt worden, hieß es in der Mitteilung über die tägliche Zählung der Gesundheitsbehörde in dem Palästinensergebiet.

Hilfsorganisationen warnen seit Wochen vor einer Hungersnot im Gazastreifen. Verhandlungen über eine neue, eine zweite Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln unter Vermittlung der USA, Ägyptens und Katars brachten bisher keinen Erfolg.

Nach Verzögerungen soll das mit Hilfsgütern für den Gazastreifen beladene Schiff "Open Arms" möglicherweise im Lauf des Montags vom Hafen Larnaka in Zypern auslaufen. Das berichtete der zypriotische Außenminister Konstantinos Kombos am Montag in der Früh im Rundfunk (RIK) seines Landes.

Ursprünglich sollte das Schiff bereits am Wochenende ablegen. Es gebe nach den Worten des Außenministers technische Probleme. "Bis zur Umsetzung kann nichts als selbstverständlich angesehen werden, da das Projekt aufgrund der Kriegssituation in Gaza komplex ist", fügte der Minister hinzu. Eine zweite Ladung mit humanitärer Hilfe stehe im Hafen von Larnaka bereit und könnte in den nächsten Tagen nach Gaza geliefert werden, fügte er hinzu.

Warnung vor Hungersnot

Nach Angaben der zypriotischen Regierung in Nikosia hat die "Open Arms", das eine Cargo-Plattform schleppen soll, rund 200 Tonnen Trinkwasser, Medikamente und Lebensmittel dabei. Den Start des Hilfskorridors auf dem Seeweg hatten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der zypriotische Präsident Nikos Christodoulidis am Freitag angekündigt.

Larnaka liegt rund 400 Kilometer von Gaza entfernt. Experten schätzen, dass die Fahrt dorthin 48 Stunden bis 60 Stunden dauern könnte. Wo und wie das Schiff nach Ankunft in den Gewässern vor der Küste des Gazastreifens seine Fracht löschen soll, ist unklar. Das Anliefern der Güter gilt als große Herausforderung, weil es nur einen kleinen Fischerhafen gibt, der nicht tief genug für Frachtschiffe ist.

Das US-Militär will deshalb gemeinsam mit internationalen Partnern einen temporären Hafen einrichten, dessen Bau nach US-Angaben aber zwei Monate dauern wird.

Die israelische Armee setzt laut eigenen Angaben ihre Offensive im Gazastreifen fort. Soldaten hätten im Zentrum des Küstengebiets am Sonntag rund 15 "Terroristen" getötet, teilte die Armee am Montag mit.

Bei Razzien in Wohnungen in einem Viertel in der südlich gelegenen Stadt Khan Younis nahm das Militär demnach zudem Mitglieder der militanten Palästinenserorganisation Hamas fest und stellte unter anderem Waffen sicher. Bei dem Einsatz sei eine Rakete auf die israelischen Soldaten gefeuert worden. Verletzte gab es laut Armee aber nicht. Die Angaben ließen sich allesamt zunächst nicht unabhängig überprüfen.

ribbon Zusammenfassung
  • Der Fastenmonat Ramadan wird dieses Jahr von den Entwicklungen im Gazastreifen überschattet, wo seit Anfang Oktober ein israelischer Militäreinsatz gegen die islamistische Terrororganisation Hamas läuft.
  • Die Vermittler USA, Ägypten und Katar hatten zuvor erfolglos versucht, vor dem Ramadan eine Einigung über eine Feuerpause und eine Geiselfreilassung im Krieg zwischen Israel und der militanten Palästinenser-Organisation Hamas herbeizuführen.
  • Der Krieg im Gazastreifen war durch den brutalen Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober ausgelöst worden, bei dem nach israelischen Angaben etwa 1.160 Menschen getötet sowie rund 250 als Geiseln verschleppt wurden.
  • Dabei wurden nach aktuellen Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums vom Montag, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, bisher mehr als 31.100 Menschen getötet.
  • Hilfsorganisationen warnen seit Wochen vor einer Hungersnot im Gazastreifen.

Mehr aus Politik