Ex-ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek gestorben

14. März 2022 · Lesedauer 3 min

Der frühere Vizekanzler und ÖVP-Parteiobmann Erhard Busek ist gestorben.

Der ehemalige Vizekanzler und ÖVP-Chef Erhard Busek ist tot. Busek starb unerwartet am gestrigen Sonntag, teilte das Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa am Montag der APA mit, bei dem der Jurist seit als Vorstandsvorsitzender fungierte. Busek hätte am 25. März seinen 81. Geburtstag gefeiert.

"Bunte Vogel"

Der nicht uneitle, "bunte Vogel"  hatte eine bunte Politikkarriere. Er war Nationalrats- und Landtagsabgeordneter, ÖVP-Generalsekretär, Wissenschafts- und Unterrichtsminister, Vizekanzler und VP-Obmann. In den letzten Jahren tat sich Busek, der sich selbst gerne als Intellektueller präsentiert, mit seinem Ost-Europa-Engagement und klugen Ratschlägen für die politischen Nachfolger hervor.

Busek im Dezember 2021 zur ÖVP-Rochade

1941 - 2021

Busek wurde am 25. März 1941 in Wien als Sohn eines Ingenieurs und Baumeisters geboren. Seine katholische Prägung hat er von der Familie bekommen und bis zuletzt behalten. Der kinderlose Busek engagierte sich schon früh in der Kirche. Er war Ministrant und bei der Katholischen Jungschar. Während seines Jus-Studiums war er in der Katholischen Jugend tätig.

Noch vor einer Woche nahm Erhard Busek an einer Podiumsdiskussion teil. Dort ging er mit Europa hart ins Gericht. Mehr dazu:

Politische Karriere

Seine politische Karriere begann er im ÖVP-Klub 1964. Ab 1968 war er im Wirtschaftsbund tätig. Von 1975 bis 1976 war er unter Bundesparteiobmann Josef Taus ÖVP-Generalsekretär, von 1975 bis 1978 Abgeordneter zum Nationalrat.

1976 begann Buseks Laufbahn in der Wiener Kommunalpolitik. Er wurde zum Landesparteiobmann gewählt. Als nicht amtsführender Stadtrat 1976 bis 1989 bzw. als Vizebürgermeister von 1978 bis 1987 belebte er als "bunter Vogel" die Wiener Kommunalpolitik. Die Niederlage bei den Gemeinderatswahlen 1987 ließ seinen Stern vorübergehend verblassen. In einer Kampfabstimmung im Oktober 1989 wurde Busek durch Wolfgang Petrik als Parteiobmann abgelöst.

Er blieb Wissenschaftsminister, wurde 1991 als Nachfolger von Josef Riegler zum neuen ÖVP-Parteichef gewählt und übernahm auch die Funktion des Vizekanzlers in der Koalitionsregierung mit der SPÖ unter Bundeskanzler Franz Vranitzky. Nach der Nationalratswahl am 9. Oktober 1994 blieb Busek Vizekanzler, als Fachminister wechselte er jedoch in das Unterrichtsressort.

Demontage

Schon bald danach setzte die Demontage als Parteiobmann ein, die schließlich zur Wahl von Wolfgang Schüssel zum neuen Parteichef und zum Ausstieg Buseks aus der Regierung führte. Am 9. Mai 1995 übernahm Busek wieder ein Abgeordnetenmandat im Nationalrat, das er allerdings zwei Monate später zurücklegte. Danach agierte er u. a. als Regierungsbeauftragter für die EU-Erweiterung, Präsident des Forum Alpbach und Rektor der Fachhochschule Salzburg sowie als Vorsitzender des Instituts für den Donauraum.

Stephan HoferQuelle: Agenturen / Redaktion / hos