APA - Austria Presse Agentur

Ex-Gesundheitsminister Anschober will als Berater zurückkehren

09. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Knapp drei Monate nach seinem Rückzug wegen Erschöpfung fühlt sich Ex-Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) "viel besser" und "weitgehend erholt".

Ein politisches Comeback schloss er im Interview mit der "Kronen Zeitung" aber nach wie vor aus: "Nein, das strebe ich absolut nicht an." Ab Herbst würde Anschober gerne wieder beruflich aktiv werden, und zwar als Berater, Vortragender und Buchautor, wie er auch der "Kleinen Zeitung", "Kurier", "Standard" und "Presse" sagte.

Die Corona-Entwicklung verfolgt Anschober weiterhin mit Interesse: Die Delta-Variante sei sicher die "mit Abstand ansteckendste", die Österreich bisher erlebt habe, befand er. Er selbst werde jedenfalls auch nach den nächsten Lockerungen am 22. Juli an Maske und Abstand in Innenräumen festhalten. Eine Durchimpfungsrate von 85 Prozent müsse das Ziel sein, sagt Anschober.  

Gesetzesreform sei notwendig

Notwendig sei seiner Ansicht nach aber auch eine Gesetzesreform. Corona habe gezeigt, dass das derzeitige Epidemiegesetz für Herausforderungen wie eine globale Pandemie, in der permanent zwischen Grundrechten und Gesundheitsschutz abgewogen werden muss, nicht tauge. „Ich würde mir wünschen, dass die g’scheiten Verfassungsjuristen, die sich zu meinen Verordnungen zu Wort gemeldet haben, einen Arbeitsprozess starten“, sagt Anschober.

Die Maßnahmen der Regierung will er aber insgesamt nicht kommentieren: "Ich will nie der Zwischenkeppler der Innenpolitik werden." „Wir haben mit Alexander Van der Bellen den besten Bundespräsidenten, den man sich wünschen kann. Und so soll es bleiben", sagt Anschober auch zu der Frage, ob er als Bundespräsidentschaftskandidat antreten wolle. Auch bei der oberösterreichischen Landtagswahl im September wolle er sich bei den Grünen nicht groß einmischen und bestimmt nicht "in den Mittelpunkt" stellen. Im Herbst will Anschober als Selbstständiger Vorträge halten, Beratungsjobs annehmen, Kolumnen schrieben und an einem Buch arbeiten.

"Wir brauchen mehr Stellenwert für Integration"

Auch zum Fall Leonie äußerte sich Anschober. Der traurige Fall dürfe nicht relativiert werden. "Wir brauchen mehr Stellenwert für Integration", sagte er, aber "prinzipiell muss jedem Betroffenen klar sein, dass es in einer Gesellschaft wie Österreich Konsequenzen hat, wenn sich jemand wiederholt und nachhaltig gegen die Gesetze stellt."

Quelle: Agenturen