LANDTAGSWAHL IN KÄRNTEN Gerhard DörflerAPA/HERBERT NEUBAUER

Ex-FPÖ-Landeschef Dörfler verurteilt Kärntner FPÖ-Jugend

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Der amtierende Landeshauptmann Kaiser und sein Vorgänger Dörfler verurteilen beide das Posting der Freiheitlichen Jugend zur "Slowenisierung" scharf.

Nachdem die Freiheitliche Jugend im Kärntner Landtags-Wahlkampf mit einem Posting ("SPÖ abwählen, Slowenisierung Kärntens stoppen!") für Wirbel bis nach Wien und diplomatische Verstimmungen im Nachbarland gesorgt hatte, haben auch Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und Ex-Landesrat Gerhard Dörfler (vormals FPÖ, BZÖ) reagiert. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA verurteilte er die Aussagen der blauen Parteijugend "auf das Allerschärfste".

"Ich werde alles tun, damit das gedeihliche Miteinander von deutsch- und slowenischsprachigen Landsleuten und der kulturelle Mehrwert von Zwei- und Mehrsprachigkeit, den wir insbesondere seit der unter anderem von Gerhard Dörfler (Kaisers Vorgänger als Landeshauptmann, Anm.) mitinitiierten Ortstafellösung gefestigt haben, nicht durch solche rückwärtsgewandten und irregeleiteten Aktionen gefährdet wird", ließ Kaiser wissen.

Wie der "Kurier" berichtet, verurteilt auch der Ex-Landesrat Gerhard Dörfler das Posting. So etwas sei kein Ausrutscher, diese Art von Gedankengut habe in Parteien weder bei den Jungen noch bei den Alten etwas verloren. Er ergänzt, dass diese Gedanken "Bakterien der Bosheit" seien, die niemand in sich tragen dürfe. 

 

Vertreter der Kärntner Slowenen hatten das Posting als "Hetze" zurückgewiesen, es folgte eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die einen Anfangsverdacht prüft. Das Nachbarland Slowenien zitierte die österreichische Botschafterin ins Außenministerium. Das österreichische Außenamt sowie das Kanzleramt reagierten mit einem Rüffel für die FPÖ-Jugend. Kärntens FPÖ-Obmann Erwin Angerer distanzierte sich zwar nicht vollends vom Begriff "Slowenisierung", will aber in Zukunft Postings der Parteijugend vor Veröffentlichung vorgelegt bekommen.

In Kärnten findet am 5. März die Landtagswahl statt. 

ribbon Zusammenfassung
  • Nachdem die Freiheitliche Jugend im Kärntner Landtags-Wahlkampf mit einem Posting
  • für Wirbel bis nach Wien und diplomatische Verstimmungen im Nachbarland gesorgt hatte, hat auch Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) reagiert.
  • In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA verurteilte er die Aussagen der blauen Parteijugend "auf das Allerschärfste".