Hygiene Austria gibt Auftrag an "chinesischen Lohnfabrikanten" zu

04. März 2021 · Lesedauer 2 min

Das Unternehmen Hygiene Austria hat in einer Presseaussendung die Beauftragung eines chinesischen Lohnfabrikanten eingestanden. Das sei aufgrund der hohen Nachfrage notwendig gewesen. Den Betrugsvorwurf weist man aber zurück.

Nach der aufsehenerregenden Hausdurchsuchung beim Schutzmaskenhersteller Hygiene Austria wegen Betrugsvorwürfen, hat sich das Unternehmen am Mittwochabend selbst zu Wort gemeldet. Die Vorwürfe des Betrugs und der Schwarzarbeit seien "klar zurückzuweisen", heißt es in einer Presseaussendung.

Das Unternehmen gesteht aber ein, in China gefertigte Ware verkauft zu haben: "Um den zwischenzeitlichen Nachfrageanstieg zu bewältigen, wurde ein chinesischer Lohnfabrikant mit der Produktion von Masken nach dem Baumuster der Hygiene Austria beauftragt", heißt es. Diese Masken seien jedoch nach den selben Qualitätsstandards wie die in Österreich produzierten hergestellt worden, betont das Unternehmen.

Die CE Zertifizierung sei durch das Schweizer Unternehmen SGS einwandfrei sichergestellt worden. Die Gutachten für die Masken lägen vor und würden der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt werden.

Die "Presse"-Journalistin Madlen Stottmeyer spricht über die Vorwürfe gegen Hygiene Austria und was bisher bekannt ist.

Hygiene Austria betont außerdem, mit Mitte März elf neue Produktionslinien hochgefahren zu haben und aktuell 25 Millionen Stück FFP2-Masken pro Monat zu produzieren. Vor der Aufstockung der Kapazitäten war von dem Unternehmen von rund 10 Millionen produzierten Stück pro Monat die Rede gewesen.

Bundesbeschaffungsagentur BBG legt Vertrag auf Eis

Die Bundesbeschaffungsgesellschaft BBG hat auf die Hausdurchsuchungen beim Schutzmasken-Hersteller Hygiene Austria reagiert und das Unternehmen als Auftragnehmer "inaktiv" gestellt - das bedeutet, dass bis auf Weiteres keine Bestellungen bzw. Abrufe von Schutzmasken bei der Hygiene Austria über die BBG möglich sind. Das teilte die BBG am Mittwoch auf Anfrage der APA mit.

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"Knietief in chinesischen Masken"

Der Verdacht führte dazu, dass am Dienstag ein Großaufgebot der Justiz - ein Oberstaatsanwalt der WKStA, Beamte des Landeskriminalamts (LKA) Niederösterreich, des Bundeskriminalamts (BKA) sowie der Finanzpolizei – an zwei Adressen – in der Donau-City-Straße 11 in Wien bei Palmers sowie in Wiener Neudorf – durchsuchten. Man sei "knietief in chinesischen Masken gewatet" wird ein beteiligter Polizist vom "Ö1-Mittagsjournal" zitiert.

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Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos