APA - Austria Presse Agentur

Erste Corona-Impfung: Kritik an Politik-Show

27. Dez 2020 · Lesedauer 1 min

Am Sonntag wurden die ersten Österreicher gegen das Coronavirus geimpft. Unter die allgemeine Freude mischt sich auch Kritik an der politischen Inszenierung.

Am heutigen Sonntag um 9.00 Uhr ist die größte Impfkampagne der österreichischen Geschichte gestartet. In der MedUni Wien wurde Theresia Hofer, eine 84-jährige Seniorin, als erste Person in Österreich gegen das Coronavirus geimpft. 

Durchgeführt wurde die erste Injektion von Ursula Wiedermann-Schmidt, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Vakzinologie und Vorsitzende der österreichischen Impfkommission, sowie dem Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) waren vor Ort.

In den sozialen Medien wurde die Teilnahme der hochrangingen Politiker und Mediziner kritisch gesehen. So fragte der Journalist der "Oberösterreichischen Nachrichten", Christoph Kontanko, wieso Ärztekammerpräsident Szekeres als Labormediziner die Impfung vorgenommen hat.

Der Journalist Claus Pándi fragt auf Twitter, ob Impfungen nur mit Politiker-Begleitung gültig sind.

Der deutsche Journalist Oliver Das Gupta von der "Süddeutschen Zeitung" zeigt den Unterschied zwischen den Impfstarts in Deutschland und Österreich auf.

Der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Andreas Kollross spricht auf Twitter von einer "Kanzlershow", die er als "unerträglich und geschmacklos" empfindet. Österreich verkomme zum Reality-TV.

Quelle: Redaktion / apb