APA - Austria Presse Agentur

Ermittlungen gegen Kurz sorgen international für Aufsehen

12. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

Die Ermittlungen gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz wegen Falschaussage im U-Ausschuss beschäftigen auch die internationale Presse.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und seinen Kabinettschef Bernhard Bonelli ein Ermittlungsverfahren wegen Falschaussage im Ibiza-U-Ausschuss läuft. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Meldung hat nicht nur in der nationalen, sondern auch in der internationalen Presse für Aufsehen gesorgt.

Deutschland

In den Online-Ausgaben der deutschen Medien "Spiegel" und "Bild" schaffte es die Meldung sogar auf die Hauptseiten. Die "Bild"-Zeitung titelte "Wegen mutmaßlicher Falschaussage: Ermittlungen gegen Ösi-Kanzler Kurz". Die auflagenstärkste deutsche Tageszeitung schreibt von einem "Paukenschlag". "Österreich-Kanzler Sebastian Kurz (34, ÖVP) ist ins Visier der Justiz geraten!", heißt es weiter. 

Auch die "Tagesschau" berichtet über die Ermittlungen gegen Kurz. Sie fragt in ihrer Online-Ausgabe: "Hat Österreichs Kanzler Kurz vor dem U-Ausschuss zur Ibiza-Affäre nicht die Wahrheit gesagt?" Einen ausführlichen Artikel widmet die "Süddeutsche Zeitung" der Thematik. In dem Artikel werden die Aussagen von Kurz im Ausschuss den Chat-Protokollen von ÖBAG-Chef Thomas Schmid gegenübergestellt. Auch die "Zeit" berichtet online über die Ermittlungen.

Großbritannien

Im Gegensatz zu Deutschland, wo nahezu alle Medien die Thematik aufgegriffen haben, berichten von den großen Medienhäusern in Großbritannien die "BBC" und die "Financial Times" darüber. Die "BBC" titelt: "Austrian leader Sebastian Kurz investigated by corruption inquiry" (Korruptionsuntersuchung gegen den österreichischen Staatschef Sebastian Kurz, Übers. d. Red.) und geht in dem Artikel sowohl auf die Chats zwischen Schmid und Kurz als auch die Ibiza-Affäre ein.

Die "Financial Times" titelt: "Austrian chancellor targeted by prosecutors" (Österreichischer Bundeskanzler im Visier der Staatsanwaltschaft, Übers. d. Red.). Die Zeitung schreibt: "Die Ermittlungen des Ibiza-Ausschusses haben sich in der Folge auf mehrere ineinandergreifende Skandale um politischen Einfluss, Bestechung und Amtsmissbrauch in Österreich ausgeweitet, die in den letzten Monaten zu einem stetigen Schlagabtausch heftiger und negativer Schlagzeilen geführt haben, die zur größten Herausforderung von Kurz in seiner Amtszeit geworden sind. (Übers. d. Red.)"

Spanien

Sogar die spanische "El País" widmet den Ermittlungen gegen den österreichischen Bundeskanzler einen Artikel unter dem Titel: "Die österreichische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bundeskanzler Kurz wegen angeblicher falscher Aussagen im Parlament" (Übers. d. Red.). Im Artikel wird den Stimmen der Oppositionsparteien viel Raum gegeben und auch die Ermittlungen gegen Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) finden Eingang in den Bericht.

USA

Die "Washington Post" titelt am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe: "Austrian chancellor under investigation for corruption" (Ermittlungen gegen österreichischen Kanzler wegen Korruption, Übers. d. Red.). "Kurz suggerierte, dass die Untersuchung wahrscheinlich zu einer strafrechtlichen Anklage führen werde und dass er der Befragung nachkommen werde, falls der Fall vor einen Richter gehen sollte (...). Er sagte, er denke nicht daran, zurückzutreten", fasst die "Washington Post" die Aussagen des Bundeskanzlers zusammen.

Australien

Sogar in die australischen Medien hat es Kurz mit der Meldung geschafft. Die lokale Zeitung "Canberra Times" schreibt: "Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat bestätigt, dass er von den Antikorruptionsbehörden wegen des Verdachts, gegenüber einer parlamentarischen Kommission falsche Aussagen gemacht zu haben, untersucht wird - Vorwürfe, die er bestritt."

 

Quelle: Redaktion / apb