Mehr als 100 Tote bei Hochwasser in Indonesien und Osttimor

05. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Starke Regenfälle seit Montag haben in Indonesien und Osttimor Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst. Tausende sind auf der Flut, Dutzende werden vermisst. Auf der Insel Flores sind ganze Dörfer im Schlamm versunken. Auf der Insel Lembata wurden ganze Teile von Dörfern durch Schlammlawinen einen Berghang hinuntergerissen.

Heftige Regenfälle haben in Indonesien und Osttimor am Wochenende Überschwemmungen ausgelöst und mehr als hundert Menschen den Tod gebracht. Die Zahl der Toten durch die Erdrutsche und Fluten in beiden Ländern stieg am Montag auf 113, Dutzende weitere Menschen wurden vermisst. Am Montag erfassten orkanartige Stürme und weitere Regenschauer die Inselgruppen.

Schlamm und Schlechtwetter behindern Rettung

In Indonesien kamen nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde vom Montag mindestens 86 Menschen ums Leben, weitere 70 werden vermisst. In Osttimor wurden nach Behördenangaben bisher 27 Tote gemeldet, die meisten davon in der Hauptstadt Dili. Dutzende Menschen wurden noch vermisst. Schlamm und das anhaltend schlechte Wetter behinderten die Rettungsarbeiten.

Sauberes Wasser rar

In Dili wurden zahlreiche Straßen überschwemmt, die Fassade des Präsidentenpalastes war mit Schlamm bedeckt. Unter denen, die durch die Katastrophe obdachlos wurden, war auch die vierfache Mutter Epifania Gomes, die mit ihrer Familie bei einer Kirche in der Nähe von Dili Schutz suchte. "Es ist schwer, sauberes Wasser zu finden. Wir konnten nicht baden, es gibt keine Dusche oder Toilette", sagte sie.

Die Europäische Union sagte dem verarmten Osttimor indessen ihre Unterstützung zu. Die heftigen Überschwemmungen kämen zu einer Zeit, in der das Land "hart daran arbeitet, die Ausbreitung von Covid-19 in der Bevölkerung einzudämmen", erklärte Brüssel. Dies stelle eine "erhebliche zusätzliche Belastung" für die Bevölkerung dar.

Ganze Dörfer rutschten Hang hinunter

Auf der indonesischen Insel Flores versanken kleine Ortschaften regelrecht im Schlamm, Bäume wurden entwurzelt und Häuser standen unter Wasser. Auf Bildern der indonesischen Rettungskräfte waren Helfer zu sehen, die schlammbedeckte Leichen bargen. Auf der Insel Lembata wurden ganze Teile von Dörfern durch Schlammlawinen einen Berghang hinuntergerissen. Tausende Menschen flohen in Notunterkünfte.

Der indonesische Präsident Joko Widodo drückte den Betroffenen in einer landesweiten Ansprache sein "tiefstes Beileid" aus. Auch am Dienstag werden weitere Regenfälle erwartet, wie die Behörden mitteilten. Vor der Küste Indonesiens seien die Wellen angesichts der starken Winde bis zu sechs Meter hoch, meldete die Katastrophenschutzbehörde.

Hälfte der Bevölkerung lebt in Erdrutsch-Gefahrenzone

Die südostasiatischen Inselgruppen werden während der Regenzeit immer wieder von verheerenden Erdrutschen und Sturzfluten heimgesucht. Erst im Jänner waren bei Sturzfluten in der indonesischen Stadt Sumedang auf der Insel Java 40 Menschen gestorben. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde leben etwa 125 Millionen Indonesier in erdrutschgefährdeten Gebieten. Dies entspricht fast der Hälfte der Bevölkerung des Inselstaats.

Quelle: Agenturen