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Engel mit Meloni-Gesicht in italienischer Kirche

31. Jan. 2026 · Lesedauer 3 min

In der römischen Basilika San Lorenzo in Lucina wirft ein Restaurierungseingriff Fragen auf. Nach einem Bericht der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Samstagsausgabe) weist einer der Engel am Grabmal des letzten italienischen Königs Umberto II. auffällige Gesichtszüge auf, die stark an Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erinnern. Der Engel flankiert das marmorne Grabmal Umbertos II., der 1946 ins Exil ging.

Die Ähnlichkeit des Engels mit Regierungschefin Meloni sei so ausgeprägt, dass sie kaum zu übersehen sei, berichtete das Blatt, das ein Bild des Engels veröffentlichte. Eine zweite Engelsfigur am Grabmal habe traditionellere, zeitlose Züge, so das Blatt, das Fotos des Engels veröffentlichte.

Nach Angaben aus der Pfarre, die für die Basilika zuständig ist, stammt der Eingriff nicht von professionellen Restauratoren, die an anderen Teilen der Kirche tätig sind, sondern von Bruno Valentinetti, einem Sakristan und Dekorateur. Er wird von der Pfarrei als ehrenamtlicher Helfer beschrieben, der regelmäßig in der Kirche tätig ist. Er soll politische Sympathien für die Rechte haben, berichtete die Zeitung.

Offen bleibt die Frage nach der Kontrolle des Eingriffs. Restaurierungsarbeiten in denkmalgeschützten Kirchen unterliegen in der Regel mehreren Aufsichtsebenen, darunter der Pfarrei und der zuständigen Denkmalbehörde. Wie ein derart auffälliges Detail unbeanstandet bleiben konnte, ist bisher ungeklärt. Die Basilika San Lorenzo in Lucina zählt zu den ältesten Kirchen Roms. Ihre Wurzeln reichen bis in das Jahr 440 nach Christus zurück. Sie liegt unweit der stark besuchten Einkaufsmeile Via del Corso.

Rektor: "Man müsste den Restaurator fragen"

Nach Berichten über den restaurierten Engel mit angeblicher Ähnlichkeit zu Meloni zeigte sich der Rektor der Basilika, Monsignore Daniele Micheletti, überrascht. "Ich habe heute in der Früh die Zeitung gelesen und mir anschließend das restaurierte Werk angesehen. Tatsächlich gibt es eine gewisse Ähnlichkeit, aber man müsste den Restaurator fragen, warum er es so ausgeführt hat - ich weiß es nicht", sagte Micheletti der Nachrichtenagentur ANSA.

Der Rektor betonte, er habe ausdrücklich darum gebeten, die Kapelle originalgetreu zu restaurieren. "Ich hatte darum gebeten, dass die Kapelle genau so wiederhergestellt wird, wie sie war", erklärte Micheletti.

Sozialdemokraten protestieren

Der Vorfall löste auch politische Reaktionen aus. Die Fraktionsvorsitzende der oppositionellen Demokraten (PD) im Kulturausschuss der Abgeordnetenkammer, Irene Manzi, forderte Kulturminister Alessandro Giuli auf, umgehend die römische Denkmalbehörde einzuschalten. Der Vorfall stelle möglicherweise "einen schweren Verstoß gegen den italienischen Kodex für Kulturgüter und Landschaftsschutz dar, der willkürliche Veränderungen, Personalisierungen und nicht wissenschaftlich begründete Eingriffe untersage".

Meloni reagierte mit Humor auf die Diskussion. "Nein, ich sehe definitiv nicht wie ein Engel aus", schrieb die Regierungschefin in ihren sozialen Netzwerken und fügte einen lächelnden Emoji hinzu. Dazu veröffentlichte sie ein Foto mit dem Detail des Freskos, das den Engel mit ihrem Gesicht darstellt.

Zusammenfassung
  • In der römischen Basilika San Lorenzo in Lucina wurde ein Engel am Grabmal von Umberto II. restauriert, dessen Gesicht auffällig an Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erinnert.
  • Der Eingriff wurde von Bruno Valentinetti, einem ehrenamtlichen Sakristan mit angeblichen politischen Sympathien für die Rechte, durchgeführt und nicht von professionellen Restauratoren.
  • Die Ähnlichkeit des Engels mit Meloni löste politische Debatten aus, wobei die oppositionellen Sozialdemokraten einen möglichen Verstoß gegen den Kulturgüterschutz sehen und Meloni selbst mit Humor reagierte.