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Energiesorgen: Moldauische Präsidentin besucht Rumänien

29. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die proeuropäische Staatspräsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, wird am Freitagvormittag in der rumänischen Hauptstadt erwartet. Auf Sandus Programm steht ein Gespräch mit ihrem rumänischen Amtskollegen Klaus Johannis, in dem es nach Angaben des rumänischen Präsidialamtes vor allem um die Energieversorgungssicherheit der bisher weitgehend von russischen Erdgaslieferungen abhängigen Republik Moldau gehen wird.

Die bitterarme, zwischen Rumänien und der Ukraine gelegene frühere Sowjetrepublik kann sich die aktuell äußerst hohen Erdgaspreise nämlich nicht leisten und verfügt zudem auch über keine Gasspeicher, um Vorkehrungen für den Winter treffen bzw. Erdgas lagern zu können. Rumänischen Energieexperten zufolge muss das Land, sofern es sich möglicherweise mit EU-Unterstützung Erdgaskäufe leisten können sollte, entweder auf Gasspeicher in der Ukraine oder in Rumänien setzen. Gasspeicher in der Ukraine wären für Moldau zwar deutlich preisgünstiger, angesichts des Kriegsgeschehens in der Ukraine aber auch riskanter, so die Experten.

Sandu und Johannis wollen sich außerdem auch über die Auswirkungen des russischen Angriffskrieg in der Ukraine auf das benachbarte Moldau sowie über die auf deutsch-französisch-rumänische Initiative ins Leben gerufenen Unterstützungsplattform für das Land austauschen. Angeschnitten werden dürften auch die steigenden Befürchtungen der Behörden in Chisinau vor einer Ausweitung der russischen Offensive im Süden der Ukraine - in Richtung Odessa dem von Moldau abtrünnigen prorussischen Gebiet Transnistrien.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden russischen Angriffe auf die südukrainische Hafenstadt Odessa hatte die moldauische Regierungschefin Natalia Gavralita in den vergangenen Tagen im Nachrichtensender CNN erklärt, dass in ihrem Land die Angst vor einer potenziellen Annexion durch Russland wächst, zumal Russland bereits seit Jahrzehnten sogenannte "Friedenstruppen" in Transnistrien stationiert habe. Noch sei ein derartiges Szenario ein eher hypothetisches, doch könne es leider nicht völlig ausgeschlossen werden, hatte Gavrilita gewarnt.

Quelle: Agenturen