Eberl: Impfmanagement "ist ein kommunikatives Desaster"

26. März 2021 · Lesedauer 2 min

Kommunikationswissenschaftler Jakob-Moritz Eberl kritisiert das Impfmanagement in Österreich als "kommunikatives Desaster".

Kommunikationswissenschaftler Jakob-Moritz Eberl kritisiert im PULS 24 Interview die Kommunikation und die Umsetzung von Corona-Maßnahmen. Gerade beim Impfen bräuchte es "mehr Kommunikation" durch die Politik.

Die Impfbereitschaft stagniere anstatt zu steigen und vor allem das Vertrauen in den Impfstoff von AstraZeneca sei rapide gesunken. "Hier braucht es eine Impfkampagne, hier braucht es eine Lösung, hier braucht es eine Zukunftsvision", bemängelt Eberl im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Alina Marzi. Seine Bilanz: "Das ist ein kommunikatives Desaster."

"Wischi-Waschi-Kurs" bei Maßnahmen

Auch bei Corona-Maßnahmen werde äußerst schlecht kommuniziert. Die Regierung scheue unbeliebte Maßnahmen und versuche es allen Recht zu machen. Außerdem würden Entscheidungen immer wieder verzögert bzw. hinausgeschoben. Das führe zu einen "Wischi-Waschi-Kurs", kritisiert Eberl.

Ebenfalls "ungeschickt" sei es von der Regierung laut Eberl, Lockerungen damit zu begründen, "dass sich die Bevölkerung ohnehin nicht mehr daran halte". Damit würden nicht nur jene entmutigt, die sich sehr wohl an die Maßnahmen halten, man würde vor allem diejenigen, die die Maßnahmen verweigern in ihrer Meinung bestärken.

"over-promise and under-deliver"

Zudem gebe es das Problem eines "over-promise and under-deliver", also dass die Regierung zu viele und zu große Versprechungen mache, die dann nicht erfüllt werden könnten - Stichwort Impfung, "Licht am Ende des Tunnels" oder "Auferstehung zu Ostern". Das sorge nicht nur für Verunsicherung und mangelnde Planbarkeit, die Bevölkerung habe dadurch keine Perspektive.

Quelle: Redaktion / hos