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Dutzende Festnahmen bei Razzia gegen Mafia-Clans in Italien

21. Jan 2021 · Lesedauer 1 min

Bei einer großen Anti-Mafia-Razzia sind am Donnerstag in Italien Dutzende Personen festgenommen worden, darunter auch Lokalpolitiker und Unternehmer, denen Verstrickungen mit der öffentlichen Verwaltung vorgeworfen werden. Wie die Polizei mitteilte, richtete sich die Aktion der 370 Sicherheitskräfte gegen führende Clans der 'Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien.

Beschlagnahmt wurden Immobilien, Bankkonten und Betriebe im Wert von 100 Millionen Euro. Die Ermittler unter Federführung des prominenten Anti-Mafia-Oberstaatsanwalts Nicola Gratteri konnten illegale Geldtransaktionen im Wert von 300 Millionen Euro offenlegen. Die Razzia wurde aufgrund einer Untersuchung der Staatsanwaltschaft der Stadt Catanzaro in die Wege geleitet. Der Präsident der Anti-Mafia-Kommission im italienischen Parlament, Nicola Morra, sprach von einem Sieg des Staates gegen die Mafia.

Gratteri leitete bereits die Untersuchung, die vergangene Woche zur Eröffnung des größten Prozesses gegen die 'Ndrangheta in Italien geführt hat. 350 mutmaßliche Mitglieder und Helfer der Organisation sind in diesem Verfahren angeklagt. Den Beschuldigten werden unter anderem Mafia-Zugehörigkeit, Mord, illegaler Waffenbesitz und Drogenhandel vorgeworfen.

Die 'Ndrangheta gehört zu den mächtigsten Mafia-Organisationen der Welt. Sie dominiert den internationalen Drogenhandel, verdient ihr Geld aber auch mit Waffen, Geldwäsche und durch Korruption. Experten schätzen, dass die 'Ndrangheta jährlich einen weltweiten Umsatz zwischen 50 und 100 Milliarden Euro macht.

Quelle: Agenturen