APA - Austria Presse Agentur

Dringliche Anfrage: SPÖ stellt Kanzler und Gesundheitsminister 87 Fragen

23. Nov 2021 · Lesedauer 18 min

Am Nachmittag findet im Bundesrat eine "Dringliche Anfrage" der SPÖ zum "Corona-Totalversagen" der Regierung statt. In Summe werden 87 - teils gleiche - Fragen gestellt.

Auf Wunsch der SPÖ kommt es heute, Dienstag, zu einer Sondersitzung des Bundesrates. Gegenstand sind in der Länderkammer zwei "Dringliche Anfragen" der Sozialdemokraten an Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP), mit dem Titel "Corona-Totalversagen der Bundesregierung".

Die Corona-Situation sei der türkis-grünen Bundesregierung "vollkommen entglitten", lautet der Befund der SPÖ in der Begründung der "Dringlichen". In den vergangenen eineinhalb Jahren Pandemie sei "vieles schiefgelaufen". So machen die "Sozialdemokraten" etwa das "zögerliche Handeln der Regierung" für den neuerlichen Lockdown verantwortlich. Statt Lösungen zu suchen, ergehe sich die Regierung in "parteipolitischem Klein-Klein". PULS 24 liegen die Fragen der SPÖ bereits vor 44 Fragen gehen an den Kanzler, 43 an den Gesundheitsminister, teilweise sind es aber die selben Fragen.

Die Beantwortung der "Dringlichen Anfrage" von Bundeskanzler Alexander Schallenberg in voller Länge.

Die Fragen an Bundeskanzler Schallenberg im Überblick

  1. Welche Fehler bzw. Versäumnisse der Regierung sind Ihrer Beurteilung nach dafür verantwortlich, dass nunmehr wieder ein Lockdown verhängt werden musste?
  2. Welche Fehler bzw. Versäumnisse wurden Ihrer Beurteilung nach von den Landeshauptmännern vor allem in Oberösterreich und Salzburg gemacht, dass dort die Infektionszahlen derart außer Kontrolle geraten sind?
  3. Können Sie sicherstellen, dass der aktuell verhängte Lockdown wirklich nur zwanzig Tage dauert, so wie von Ihnen in der Pressekonferenz mit den Landeshauptleuten versprochen?
  4. Liegen Ihnen Informationen vor, wonach einzelne Bundesländer den Lockdown verlängern werden?
  5. Welche wissenschaftlichen Argumente liegen den Entscheidungen von Freitag zugrunde und weshalb wurden diese die letzten Wochen und Monate ignoriert?
  6. Aus welchem Grund haben sie sich gerade für diese Maßnahme entschieden?
  7. Wenn nein: Was sind die Parameter, nach denen Sie Ihre Entscheidungen ausrichten?
  8. Es war ein Gipfel zur Bekämpfung der Pandemie geplant, der dann plötzlich abgesagt wurde. Die Begründung Ihrerseits war, dass ein Gipfel, von dem Sie nichts wissen, nicht stattfinden wird. Was sind die faktischen Gründe für diese Absage und halten Sie die Absage in einer so brisanten Situation für das richtige Signal an die Bevölkerung, insbesondere, wenn dieser Gipfel dann einfach zwei Tage später stattfindet?
  9. In mehreren Bundesländern stehen die Spitäler vor der gefürchteten Triage, wie beispielsweise in Salzburg. Mit welchen konkreten Maßnahmen werden Sie, als Bundeskanzler verhindern, dass diese Triage eintritt und Menschen unnötig sterben müssen?
  10. Wie viele Operationen mussten auf Grund der verschleppten Maßnahmen im Bereich von Corona bereits verschoben werden?
  11. Wie werden Sie jene Menschen, die aus diesen verschobenen Operationen Schaden erleiden, oder im schlimmsten Fall deren Familien, entschädigen?
  12. Wie konnte es soweit kommen, dass trotz einer ähnlichen Situation im vergangenen Jahr erneut so dramatische Situationen entstehen?
  13. Wie konnte es zu so dramatischen Fehleinschätzungen kommen, dass die ÖVP, der Sie und der ehemalige Bundeskanzler Kurz angehören, die Pandemie bereits achtmal für beendet erklärt hat?
  14. Wie erklären Sie, dass es bis heute nicht gelungen ist, ein österreichweit einheitliches Pandemie-Management sicherzustellen?
  15. Sie haben mitgeteilt, eine Einführung der Impfpflicht für die Covid-Schutzimpfung einzusetzen, wie wird die Regierung das inhaltlich und zeitlich umsetzen?
  16. Wie hoch wird die Verwaltungsstrafe für die Verletzung der Impfpflicht sein?
  17. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie als Regierungschef und Ihre gesamte Regierung setzen, um die Impfrate merklich zu erhöhen und bis wann?
  18. Welche Initiativen wird die Bundesregierung setzen, um bis zum Einsetzen der Impfpflicht möglichst viele Menschen geimpft zu haben?
  19. Welche Schritte haben Sie bzw. Ihre Regierung bereits gesetzt und welche konkreten Schritte werden Sie noch setzen, um insbesondere Kinder und Jugendliche vor der Pandemie zu schützen und die nachgelagerten negativen Entwicklungen durch die Pandemie (psychische Erkrankungen, Stress, Bildungsprobleme,...) abzuschwächen?
  20. Am Freitag wurde angekündigt, dass der Lockdown für Ungeimpfte weiter bestehen bleibt – wie lange soll dieser aus Sicht der Bundesregierung dauern und schließen Sie einen weiteren Lockdown für alle Menschen in Österreich – unabhängig von ihrem Impfstatus – aus?
  21. Wie bewerten Sie im Rahmen Ihrer Aufgabe als Regierungschef, der ja die Gesamtverantwortung für die Regierung trägt, die Aussage der Tourismusministerin, dass sie grundsätzlich nichts von den Aussagen des Gesundheitsministers zur Frage der Ausgangsbeschränkungen für alle Menschen halte?
  22. Was werden Sie als Regierungschef unternehmen, um in Zukunft divergierende Aussagen der Bundesregierung zu heiklen Themen zu verhindern und so die Bevölkerung nicht zu verunsichern?
  23. Werden Sie bzw. Ihre Regierung Initiativen setzen, um den Corona-Bonus für die Held*innen der Krise endlich zu realisieren, nachdem Ihr Vorgänger Sebastian Kurz in diesem Zusammenhang nicht aktiv geworden ist?
    • a. Wenn ja: Welche konkret?
    • b. Wenn ja: Bis wann? 
    •  c. Wenn nein: Warum nicht?
  24. Hinsichtlich der Rettungssanitäter*innen gibt es viel Kritik an der Regierung, die diese bislang vollkommen vergessen hat. Werden Sie bzw. Ihre Regierung hier diese Ungerechtigkeiten beseitigen?
    • a. Wenn ja: Wie?
    • b. Wenn ja: Bis wann?
    • c. Wenn nein: Warum nicht?
  25. Wie werden die durch den Lockdown entstandenen Schäden durch Wirtschaftshilfen gemildert werden?
  26. Wann können die betroffenen Unternehmer*innen mit den Hilfszahlungen rechnen?
  27. Wird es eine Verlängerung der bestehenden Kurzarbeitsregelung geben?
  28. Widersprüchliche Aussagen des zuständigen Bundesministers und der Landeshauptleute liegen bezüglich der Öffnung der Schulen vor. Wie werden Kinder in der Phase des Lockdowns unterrichtet und wir wird der Schulerfolg garantiert?
  29. Wird die Bundesregierung im Lockdown große Versammlungen aus epidemiologischen Gründen verbieten?
  30. Haben die regionalen Lockdowns, die es in der Vergangenheit in einzelnen Tälern und Bezirken gegeben hat, geholfen das Infektionsgeschehen einzudämmen?
    • a. Wenn ja: Welche Daten liegen Ihnen dazu vor?
    • b. Wenn ja: Inwiefern haben sich diese ausgewirkt?
    • c. Wenn ja: Wieso wurde dieser Weg nicht schon in den letzten Wochen in Hochinzidenzgebieten erneut eingeschlagen?
  31. Haben die regionalen Sonderimpfaktionen, die es in der Vergangenheit in einzelnen Bezirken gegeben hat, geholfen die Impfrate zu erhöhen?
    • a. Wenn ja: Welche Daten liegen Ihnen dazu vor?
    • b. Wenn ja: Inwiefern haben sich diese ausgewirkt?
    • c. Wenn ja: Wieso wurde dieser Weg nicht schon in den letzten Wochen in Hochinzidenzgebieten erneut eingeschlagen?
  32. Sie haben angekündigt, der ungeimpften Bevölkerung im Dezember einen Brief schicken zu wollen. Was werden Sie den Menschen darin mitteilen und weshalb kommt dieses Schreiben so spät?
  33.  Liegen Ihnen verlässliche Daten zum Impffortschritt vor, die Sie im Rahmen Ihrer Entscheidung hinsichtlich der Entwicklung der Pandemie heranziehen?
    • a. Wenn ja: Geben Sie diese bitte im Detail nach Monat und Bundesland sortiert seit Beginn der Aufzeichnungen an.
    • b. Wenn ja: Warum werden diese nicht veröffentlicht?
  34. Wann ist aus Ihrer Sicht damit zu rechnen, dass die Impfung für Kinder offiziell freigegeben wird?
  35. Existiert in der Bundesregierung eine Strategie für die Implementierung der Impfung bei Kindern?
    • a. Wenn ja: Wie sieht diese konkret aus?
    • b. Wenn ja: Bis wann soll diese flächendeckend ausgerollt werden?
    • c. Wenn nein: Warum nicht?
  36. Werden Sie bzw. Ihre Regierung sicherstellen, dass der Schutz von Schwangeren als Teil der Risikogruppen weiterhin gegeben ist?
    • a. Wenn ja: Bis wann wird diese Regelung umgesetzt?
    • b. Wenn ja: Wie wird dieser Schutz konkret geregelt sein?
    • c. Wenn nein: Warum nicht?
  37. Liegen Ihnen Daten zu der Durchimpfungsrate von 24 Stunden-Betreuer*innen vor, die ja in engstem Kontakt mit alten, gebrechlichen oder kranken Menschen arbeiten?
    • a. Wenn ja: Sind diese höher oder niedriger als in der Gesamtbevölkerung? 
    • b. Wenn nein: Warum nicht?
    • c. Wenn nein: Werden Sie sich dafür einsetzen diese zu erheben, damit auch dort gezielt für die Impfung geworben werden kann?
  38. Liegen Ihnen Daten zu Sterblichkeit und Hospitalisierung vor, die Sie als Grundlage für Ihre politischen Entscheidungen nutzen?
    • a. Wenn ja: Inwiefern unterscheiden sich diese zwischen geimpften und ungeimpften Menschen?
  39. Am vergangenen Samstag gingen laut Polizeiangaben rund 40.000 Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen, den Lockdown sowie die angekündigte Impfpflicht zu demonstrieren. Dabei kam es zu mehreren Anzeigen wegen unter anderem der Nichteinhaltung der Maßnahmen aber auch wegen Wiederbetätigung. Zudem wurde bekannt, dass namhafte Rechtsextreme an der Demonstration teilnahmen und diese für ihre Zwecke vereinnahmen wollten. Werden Sie Schritte setzen, um eine weitere Radikalisierung dieser Szene einzudämmen?
    • a. Wenn ja: Welche?
    • b. Wenn ja: Wie wollen Sie außerdem die Impfquote in dieser Bevölkerungsgruppe erhöhen? Gibt es hier konkrete Pläne?
    • c. Werden Sie den Innenminister anweisen, die Umsetzung der geltenden Corona Maßnahmen bei solchen Demonstrationen zu garantieren? Ist ein Verbot solcher Demonstrationen bei Nichteinhaltung der Corona Maßnahmen vorgesehen?
  40. Welche Schritte werden Sie bzw. Ihre Regierung setzen, um Menschen, die an Long Covid leiden, mit Ihrer Situation zu helfen und bis wann sollen diese greifen?
  41. Liegen Ihnen Studien zu Covid-Erkrankungen und Covid-Folgen bei Kindern vor?
    • a. Wenn ja: Aus welcher Quelle stammen diese?
    • b. Wenn ja: Weisen diese Unterschiede zu Erkrankungen bei Erwachsenen aus?
  42. Sie haben mit dem Vorschlag aufhorchen lassen, an Covid erkrankte Menschen daheim zu pflegen. Aus welchem Grund haben Sie diesen Vorschlag gemacht und wie stellen Sie sich die konkrete Umsetzung vor? Gedenken Sie damit die Krankenhäuser zu entlasten und wer soll die Pflege leisten?
  43. Liegen Ihnen Statistiken vor, die den Einsatz des Entwurmungsmittel Ivermectin, der ja auch von FPÖ-Chef Kickl propagiert wurde, plausibel erscheinen lassen?
    • a. Wenn ja: Aus welcher Quelle stammen diese und was besagen sie?
    • b. Wenn nein: Was werden Sie gegen den missbräuchlichen Verkauf und die damit einhergehenden Gefahren einer Vergiftung bei falscher Nutzung unternehmen?
    •  c. Wenn nein: Woher stammen die Rezepte, die notwendig sind, um das Mittel zu bekommen, sodass es beispielsweise in Oberösterreich ausverkauft war?
  44. Der angesehene Statistiker Erich Neuwirth veröffentlicht täglich seit Beginn der Pandemie Statistiken zum Infektionsgeschehen. Er ist dabei auf die Zahlen der öffentlichen Hand angewiesen. Diese Zahlen scheinen aber zu wenig aussagekräftig und mangelhaft zu sein, um damit verlässliche Aussagen treffen zu können. Wieso sorgt die Bundesregierung nicht dafür, dass der Bevölkerung taugliche statistische Zahlen zur Verfügung stehen, damit sich diese ein Bild machen kann?

Die Beantwortung der "Dringlichen Anfrage" von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein in voller Länge.

Die Fragen an Gesundheitsminister Mückstein im Überblick

  1. Welche Fehler bzw. Versäumnisse der Regierung sind Ihrer Beurteilung nach dafür verantwortlich, dass nunmehr wieder ein Lockdown verhängt werden musste?
  2. Welche Fehler bzw. Versäumnisse wurden Ihrer Beurteilung nach von den Landeshauptmännern vor allem in Oberösterreich und Salzburg gemacht, dass dort die Infektionszahlen derart außer Kontrolle geraten sind?
  3. In mehreren Bundesländern stehen die Spitäler vor der gefürchteten Triage, wie beispielsweise in Salzburg. Mit welchen konkreten Maßnahmen werden Sie, als Minister verhindern, dass diese Triage eintritt?
  4. Wie viele Operationen mussten auf Grund der verschleppten Maßnahmen im Bereich von Corona bereits verschoben werden?
  5. Wie werden Sie jene Menschen, die aus diesen verschobenen Operationen Schaden erleiden, oder im schlimmsten Fall deren Familien, entschädigen?
  6. Die Lage in den Krankenhäusern in Oberösterreich und Salzburg ist katastrophal - die Medien berichten über Zustände, die für das Personal und die Patient*innen gleichermaßen unerträglich sind. Was werden sie konkret tun, um die komplette Überlastung der Spitäler zu verhindern und die angespannte Lage zu entspannen? 
  7. Sind Ihnen Fälle von Pflegepersonal bekannt, die aufgrund von Überlastung ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben können, oder aufgrund der Impfpflicht nur für diese Berufsgruppe ihren Beruf aufgegeben haben?                     
    • a. Wenn ja: Wie viele Menschen sind das aktuell und wie viele sind durch die dramatische Lage noch zu befürchten?
  8. Wer bereitet den Normtext für die Impfpflicht vor und welche wissenschaftliche Erkenntnisse liegen dieser zu Grunde?
  9. Finden Sie die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern im Zusammenhang mit der Bewältigung von Epidemien als zeitgemäß?
  10. Liegen Ihren Überlegungen wissenschaftliche Argumente zugrunde, weshalb Sie die jeweiligen Maßnahme setzen?
    • a. Wenn ja: Welche konkret?
    • b. Wenn ja: Aus welchem Grund haben Sie sich gerade für diese Maßnahme entschieden?
    • c. Wenn nein: Was sind die Parameter, nach denen Sie Ihre Entscheidungen ausrichten?
    • d. Wenn nein: Warum nicht?
  11. Es war ein Gipfel zur Bekämpfung der Pandemie geplant, der dann plötzlich abgesagt wurde. Was sind die Gründe für diese Absage und halten Sie die Absage in einer so brisanten Situation für das richtige Signal?
  12. Sie haben als Gesundheitsminister die Möglichkeit, strenge Maßnahmen gegen die Bundesländer durchzusetzen. Weshalb haben Sie von dieser Möglichkeit nicht Gebrauch gemacht?
  13. Wie konnte es soweit kommen, dass trotz einer ähnlichen Situation im vergangenen Jahr erneut so dramatische Situationen entstehen? 
  14. Hat die Regierung in diesem Zusammenhang die falschen Entscheidungen getroffen und zu zögerlich reagiert?
  15. Der Bundeskanzler konnte sich nicht dazu durchringen, Ihre Arbeit als positiv zu bezeichnen. Haben Sie als Gesundheitsminister das Heft des Handelns in der Regierung in der Hand und sind Sie handlungsfähig?
    • a. Wenn ja: Wieso haben Sie dann nicht entschlossener agiert, um die Gesundheit der Menschen zu schützen und Einschränkungen für große Teile der Bevölkerung zu verhindern? 
  16. Wie erklären Sie, dass es bis heute nicht gelungen ist, ein österreichweit einheitliches System für zuverlässige PCR-Testungen, wie beispielsweise in Wien, sicherzustellen? 
  17. Sie haben mitgeteilt, sich für eine Einführung der Impfpflicht für die CovidSchutzimpfung einzusetzen. Wie wird die Regierung das inhaltlich und zeitlich umsetzen? 
  18. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie setzen, um die Impfrate merklich zu erhöhen und bis wann? 
  19. Welche Initiativen wird die Bundesregierung setzen, um bis zum Einsetzen der Impfpflicht möglichst viele Menschen geimpft zu haben? 
  20. Welche Schritte haben sie bereits gesetzt und welche konkreten Schritte werden Sie noch setzen, um Kinder und Jugendliche - insbesondere bei der Betreuung auf kinderpsychiatrischen Stationen - eine bessere Versorgung zu schaffen und die negativen Entwicklungen durch die Pandemie abzuschwächen?
  21. Am Freitag wurde angekündigt, dass der Lockdown für Ungeimpfte weiter bestehen bleibt - wie lange soll dieser aus Sicht der Bundesregierung dauern und schließen Sie einen weiteren Lockdown für alle Menschen in Österreich - unabhängig von ihrem Impfstatus - aus?
  22. Was sagen Sie zu der Aussage der Tourismusministerin, dass sie grundsätzlich nichts von Ihren Aussagen zur Frage der Ausgangsbeschränkungen für alle Menschen halte?
  23. Werden Sie als Gesundheitsminister im Ministerrat ihre Zustimmung zu Vorlagen und Vorhaben, die das Infektionsgeschehen möglicherweise anheizen könnten, versagen?
    • a. Wenn ja: In welchen Fällen würden Sie das tun?
    • b. Wenn nein: Warum nicht?
  24. Verspüren Sie in der Regierung Rückenwind insbesondere vom Bundeskanzler und dem Koalitionspartner für Ihr Wirken als Gesundheitsminister in der Covid-Krise? 
  25. Aus welchem Grund wurde der Corona-Bonus für die Held*innen der Krise bis heute nicht an diese ausbezahlt?
  26. Werden Sie Initiativen setzen, um den Corona-Bonus für die Held*innen der Krise endlich zu realisieren, nachdem schon der gescheiterte Kanzler und nunmehrige Klubobmann der ÖVP Sebastian Kurz in diesem Zusammenhang nicht aktiv geworden ist?
    • a. Wenn ja: Welche konkret?
    • b. Wenn ja: Bis wann?
    • c. Wenn nein: Warum nicht?
  27. Hinsichtlich der Rettungssanitäter*innen gibt es viel Kritik an der Regierung, die diese bislang vollkommen vergessen hat. Werden Sie bzw. die Regierung hier diese Ungerechtigkeiten beseitigen?
    • a. Wenn ja: Wie?
    • b. Wenn ja: Bis wann?
    • c. Wenn nein: Warum nicht?
  28. Haben die regionalen Lockdowns, die es in der Vergangenheit in einzelnen Tälern und Bezirken gegeben hat, geholfen das Infektionsgeschehen einzudämmen?
    • a. Wenn ja: Welche Daten liegen Ihnen dazu vor?
    • b. Wenn ja: Inwiefern haben sich diese ausgewirkt?
    • c. Wenn ja: Wieso wurde dieser Weg nicht schon in den letzten Wochen in Hochinzidenzgebieten erneut eingeschlagen?
  29. Haben die regionalen Sonderimpfaktionen, die es in der Vergangenheit in einzelnen Bezirken gegeben hat, geholfen die Impfrate zu erhöhen?
    • a. Wenn ja: Welche Daten liegen Ihnen dazu vor?
    • b. Wenn ja: Inwiefern haben sich diese ausgewirkt?
    • c. Wenn ja: Wieso wurde dieser Weg nicht schon in den letzten Wochen in Hochinzidenzgebieten erneut eingeschlagen? 
  30. Der Bundeskanzler hat angekündigt, der ungeimpften Bevölkerung im Dezember einen Brief schicken zu wollen. Was will die Regierung den Menschen darin mitteilen und kommt dieser Schritt nicht viel zu spät?
  31. Liegen Ihnen verlässliche Daten zum Impffortschritt vor, die Sie im Rahmen Ihrer Entscheidung hinsichtlich der Entwicklung der Pandemie heranziehen?
    • a. Wenn ja: Inwieweit unterscheiden sich diese von den veröffentlichten Daten und aus welcher Quelle stammen diese? 
    • b. Wenn ja: Geben Sie diese bitte im Detail nach Monat und Bundesland sortiert seit Beginn der Aufzeichnungen an.
    • c. Wenn ja: Warum werden diese nicht veröffentlicht?
    • d. Wenn nein: Aus welchem Grund existieren keine derartigen Impfdaten, die Sie als Basis Ihrer Entscheidungen heranziehen?
  32. Wann ist aus Ihrer Sicht damit zu rechnen, dass die Impfung für Kinder offiziell auch in Österreich freigegeben wird?
  33. Existiert in der Bundesregierung bzw. in Ihrem Ressort eine Strategie für die Implementierung der Impfung bei Kindern?
    • a. Wenn ja: Wie sieht diese konkret aus?
    • b. Wenn ja: Bis wann soll diese flächendeckend ausgerollt werden?
    • c. Wenn nein: Warum nicht? 
  34. Werden Sie sicherstellen, dass der Schutz von Schwangeren als Teil der Risikogruppen weiterhin gegeben ist?
    • a. Wenn ja: Bis wann wird diese Regelung umgesetzt sein?
    • b. Wenn ja: Wie wird dieser Schutz konkret geregelt sein?
    • c. Wenn nein: Warum nicht?
  35. Liegen Ihnen Daten zu der Durchimpfungsrate von 24 Stunden-Betreuer*innen vor, die ja in engstem Kontakt mit alten, gebrechlichen oder kranken Menschen arbeiten?
    • a. Wenn ja: Sind diese höher oder niedriger als in der Gesamtbevölkerung?
    • b. Wenn nein: Warum nicht?
    • c. Wenn nein: Werden Sie sich dafür einsetzen diese zu erheben, damit auch dort gezielt für die Impfung geworben werden kann?
  36. Liegen Ihnen Daten zu Sterblichkeit und Hospitalisierung vor, die Sie als Grundlage für Ihre politischen Entscheidungen nutzen?
    • a. Wenn ja: Inwiefern unterscheiden sich diese zwischen geimpften und ungeimpften Menschen?
  37. Am vergangenen Samstag gingen laut Polizeiangaben rund 40.000 Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen, den Lockdown sowie die angekündigte Impfpflicht zu demonstrieren. Dabei kam es zu mehreren Anzeigen wegen unter anderem der Nichteinhaltung der Maßnahmen aber auch wegen Wiederbetätigung. Zudem wurde bekannt, dass namhafte Rechtsextreme an der Demonstration teilnahmen und diese für ihre Zwecke vereinnahmen wollten. Inwiefern werden Sie die Corona- und Impfskepsis in dieser Szene bearbeiten?
    • a. Wie wollen Sie außerdem die Impfquote in dieser Bevölkerungsgruppe erhöhen? Gibt es hier konkrete Pläne?
    • b. Welche Schritte werden Sie in Zukunft setzen, um eine Ausbreitung des Virus auf solchen Demonstrationen einzudämmen? Halten Sie diesbezüglich ein Verbot bzw. eine Auflösung solcher Demonstrationen für sinnvoll? 
  38. Welche Schritte werden Sie bzw. Ihre Regierung setzen, um Menschen, die an Long Covid leiden, mit Ihrer Situation zu helfen und bis wann sollen diese greifen?
  39. Liegen Ihnen Studien zu Covid-Erkrankungen und Covid-Folgen bei Kindern vor?
    • a. Wenn ja: Aus welcher Quelle stammen diese?
    • b. Wenn ja: Weisen diese Unterschiede zu Erkrankungen bei Erwachsenen aus?
  40. Der Bundeskanzler hat mit dem Vorschlag aufhorchen lassen, an Covid erkrankte Menschen daheim zu pflegen. Wie beurteilen Sie diesen Vorschlag und war dieser mit Ihnen bzw. Ihrem Ressort koordiniert?
  41. In den Krankenhäusern und dem gesamten Bereich der Pflege fehlt Personal - die Gründe dafür sind vielfältig, von besonders belastender (psychisch und physisch) Arbeit, über vergleichsweise geringem Lohn bis hin zu außergewöhnlich herausfordernden Arbeitszeiten. Erschwerend kommt der Druck durch die Triage-Situationen hinzu. Werden Sie sich angesichts dessen und mit Blick auf den sich verschärfenden Pflegenotstand dafür einsetzen, dass es substanzielle Verbesserungen für die Beschäftigten in der Pflege gibt?
    • a. Wenn ja: Welche Verbesserungen streben Sie konkret an?
    • b. Wenn ja: Bis wann wollen Sie diese erreichen?
    • c. Wenn ja: Haben Sie dazu schon Gespräche mit dem Regierungspartner und den Krankenanstaltenträgern geführt?
    • d. Wenn nein: Warum nicht?
  42. Liegen Ihnen Statistiken vor, die den Einsatz des Entwurmungsmittel Ivermectin, der ja auch von FPÖ-Chef Kickl propagiert wurde, plausibel erscheinen lassen?
    • a. Wenn ja: Aus welcher Quelle stammen diese und was besagen sie?
    • b. Wenn nein: Was werden Sie gegen den missbräuchlichen Verkauf und die damit einhergehenden Gefahren einer Vergiftung bei falscher Nutzung unternehmen?
    • c. Wenn nein: Woher stammen die Rezepte, die notwendig sind, um das Mittel zu bekommen, sodass es beispielsweise in Oberösterreich ausverkauft war?

43. Der angesehene Statistiker Erich Neuwirth veröffentlicht täglich seit Beginn der Pandemie Statistiken zum Infektionsgeschehen. Er ist dabei auf die Zahlen der öffentlichen Hand angewiesen. Diese Zahlen scheinen aber zu wenig aussagekräftig und mangelhaft zu sein, um damit verlässliche Aussagen treffen zu können. Wieso sorgt die Bundesregierung nicht dafür, dass der Bevölkerung taugliche statistische Zahlen zur Verfügung stehen, damit sich diese ein Bild machen kann?

Quelle: Redaktion / moe/koa