APA - Austria Presse Agentur

Digitale Grundbildung wird zum Pflichtfach in der Unterstufe

24. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Digitale Grundbildung soll ab dem kommenden Schuljahr ein Pflichtgegenstand in den ersten vier Klassen AHS-Unterstufe und Mittelschule werden.

Pro Schulstufe soll künftig fix eine Wochenstunde für die digitale Grundbildung zur Verfügung stehen. Bisher hatten die Schulen diverse Wahlmöglichkeiten: Sie konnten für die verbindliche Übung zwischen zwei und vier Wochenstunden über die gesamten vier Jahre gerechnet reservieren (also im Schnitt zwischen einer halben und einer Stunde pro Klasse Anm.) bzw. sie auch anstatt eigener Stunden in den Fachunterricht anderer Gegenstände integrieren.

Ab 2023/24 in allen vier Jahren am Stundenplan

Das neue Fach ist das inhaltliche Gegenstück zur Ausstattung der ersten Klassen mit digitalen Endgeräten. Die Stunde soll 2022/23 erst in den ersten drei Klassen am Stundenplan stehen (heuer wurden ausnahmsweise die ersten beiden Klassen mit Endgeräten ausgestattet, ab dem kommenden Schuljahr jeweils nur die erste, Anm.). Ab 2023/24 wird es dann in der ganzen Unterstufe bzw. Mittelschule unterrichtet.

Erst Fortbildung für Lehrer, dann eigenes Lehramtsstudium 

Die Lehrer sollen für die Aufgaben vorerst weiter im Rahmen der Fort- und Weiterbildung ausgebildet werden. In Zukunft soll ein eigenes Lehramtsstudium geschaffen werden.

Gesetzlicher Rahmen für Sommerschule 

In der gleichen Novelle wird die Sommerschule gesetzlich implementiert. Gegenüber dem Begutachtungsentwurf ist man den Schulerhaltern - also etwa Gemeinden und Kirche - entgegengekommen. Sie müssen anders als ursprünglich geplant der Einrichtung einer Sommerschule an ihrem Standort zustimmen.

Der Zeitpunkt der Sommerschule wird mit den letzten beiden Ferienwochen festgelegt. Unterrichtet werden soll wie gewohnt: An den Volksschulen, den Mittelschulen, Sonderschulen und AHS-Unterstufen werden Projekte durchgeführt, die am Ende der beiden Wochen präsentiert werden, an den Oberstufen gibt es ein Kurssystem. Die Teilnahme ist freiwillig, es gibt auch keine Noten. Ebenfalls unverändert bleibt die Abhaltung des Unterrichts durch Lehramtsstudierende und Lehrer.

Für alle Schüler offen

Neu ist der Fokus: Gestartet als Programm für jene Schülerinnen und Schüler, die aufgrund des Unterrichtsentfalls durch Distance Learning Förderbedarf aufwiesen, soll die Sommerschule künftig praktisch allen Schülerinnen und Schülern offenstehen. Sie soll "zur Wiederholung und Vertiefung von Lehrinhalten eines oder mehrerer vergangener Unterrichtsjahre, zur Vorbereitung auf ein kommendes Schuljahr, zur Vorbereitung der Aufnahme in eine andere Schulart, zur Vorbereitung oder Durchführung eines nationalen oder internationalen Wettbewerbs sowie zur Vorbereitung auf eine abschließende Prüfung" dienen. Möglich ist also etwa auch Begabungsförderung zur Vorbereitung auf die Chemieolympiade.

Der Schwerpunkt des Unterrichts liegt weiter auf Deutsch und Mathematik, aber auch andere Pflichtgegenstände können auf dem Stundenplan stehen. Die Einrichtung einer Sommerschule ist auch schulübergreifend möglich. Möglich ist sie ab sechs Anmeldungen. Das ist auch die Mindestgröße einer Gruppe, höchstens erlaubt sind pro Gruppe 15 Kinder bzw. Jugendliche

Quelle: Agenturen