Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Steuerreform

04. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

WIFO-Ökonomin Claudia Kettner-Marx erklärt im Interview bei PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros die Steuerreform. Sie spricht über die CO2-Bepreisung und welche Effekte jene haben wird, erklärt das Diesel-Privileg und vergleicht die Situation in anderen Ländern.

Was bedeutet ein CO2-Preis von 30 Euro für die Bürgerinnen und Bürger? 

Der CO2-Preis wird auf fossile Energieträger eingeführt. Konkret bedeutet, dass das Gas fürs Heizen und Heizöl um 0,6 Cent pro Kilowattstunde teurer wird. Die Preise für Benzin und Diesel steigen um acht Cent pro Liter an. Das spürt jeder, der mit dem Auto fährt oder mit fossilen Brennstoffen heizt. 

Wie ist der CO2-Preis im europäischen Vergleich zu beurteilen? 

Beim Einstiegspreis hat man sich sehr an Deutschland orientiert. Finnland und Schweden waren die ersten europäischen Länder, die bereits Anfang der 90er-Jahre einen CO2-Preis eingeführt haben. Dort liegt der Preis pro Tonne CO2 mittlerweile bei 60 Euro (Finnland) bzw. 120 Euro (Schweden). 

Welche Lenkungseffekte kann man sich durch die Steuerreform erwarten? 

Bei dem niedrigen Einstiegspreis ist anfangs mit geringen Lenkungseffekten zu rechnen. Emissionsarme Alternativen werden in den nächsten Jahren entscheidend sein. 

Für Personen die im urbanen Raum leben, fällt der Klimabonus geringer aus. Wer steigt durch die Steuerreform nun schlechter aus? 

Das kann man pauschal nicht beantworten. Das kommt sehr auf die persönliche Situation eines jeden einzelnen an. Im ländlichen Bereich sind die öffentlichen Verkehrsmittel jedoch oft schlechter ausgebaut, daher ist die Belastung durch die Steuerreform teilweise stärker als im urbanen Bereich. Dafür ist der Klimabonus für Personen aus ländlichen Bereichen jedoch höher. Ob am Ende mehr am Konto überbleibt, hängt davon ab, ob man auf ein Auto angewiesen bin oder ob man fossile Brennstoffe nutzt. 

Was ist das Diesel-Privileg? 

Diesel wird in Österreich deutlich geringer besteuert als Benzin. Das ist historisch so gewachsen. Die Mineralölsteuer für Diesel liegt zur Zeit bei unter 40 Cent pro Liter, jene für Benzin liegt bei 48 Cent pro Liter.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion / mpa