Die Krone Elefantenrunde zur Landtagswahl in Tirol

21. Sept. 2022 · Lesedauer 4 min

In der Krone Elefantenrunde zur Landtagswahl in Tirol stellten sich die Spitzenkandidat:innen den Fragen von Gundula Geiginger (PULS 24) und Claus Meinert ("Tiroler Krone"). Die Themen Tourismus, Energie, Wohnen und Transit dominierten.

In der Krone Elefantenrunde zur Landtagswahl in Tirol verteidigte ÖVP-Spitzenkandidat Anton Mattle den Wintertourismus, er sei für die Tiroler Wirtschaft und auch für die Gäste wichtig, die Erholung bräuchten. "Es kann nicht sein, dass wir das nicht im kompletten Ausmaß anbieten können." Die Wirtschaft habe ihre Sparpotenzial bereits dargelegt, zudem müsse man den "Wert der Erholung" anerkennen.

Grüne "Feinde des Tourismus"

Dem Spitzenkandidat der Grünen, Gebi Mair, vergehe jedoch mit Blick auf den Wintertourismus "das Lachen und auch die lockeren Sprüche". "Manche Auswüchse verstehe ich wirklich nicht", bereits am Dienstag habe die Beschneiung des Gletschers in Sölden begonnen. "Geh wartets doch bitte, bis die Jahreszeit zum Schifahren dazupasst", sagte Mair in Richtung Mattle.

FPÖ-Spitzenkandidat Markus Abwerzger wollte sich an diesem "Tourismus-Bashing" nicht beteiligen und warf den Grünen vor, "Feinde des Tourismus" zu sein - der nachhaltige Tourismus, für den sich Mair aussprach "schlaft ein". "Wenn die Lichter des Wintertourismus ausgehen, wird es auch nicht hell in den Wohnzimmern", warnte Abwerzger vor möglichen Auswirkungen. Ohne Beschneiung käme es zu "Elend in den Tälern". SPÖ-Spitzenkandidat Georg Dornauer äußerte sich ähnlich - "nur die Seilbahnen zu diabolisieren, dafür stehe ich nicht".

Für Andrea Haselwanter-Schneider von der Liste Fritz steht fest, dass "wir zuallererst auf die Bevölkerung zu schauen haben". Auch wenn der Tourismus für Tirol ein wesentlicher Zweig sei, werden alle "umstellen und investieren müssen".

Bei Erneuerbaren "nix passiert"

Einig waren sich alle Parteien, dass der Ausbau der erneuerbaren Energie schneller gehen müsse - hier "ist nix passiert", kritisiert Abwerzger. Er brauche auch "keine Ministerin Gewessler, die der Bevölkerung erklärt, dass sie beim Kochen den Kochtopf dementsprechend zumachen soll". Das sei nicht mehr als ein "Hohn und ein "Husch-Pfusch".

Besonders beim Umstieg auf Photovoltaik bereitet derzeit die Tinetz (ein Tochterunternehmen der Tiwag) Probleme. Über Monate gebe sie keine Zählernummer heraus, was einen Anschluss von Photovoltaikanlagen verhindere, kritisiert Haselwanter-Schneider. Dass dieser Prozess zu langsam gehe, gesteht Mattle ein und meint, dass das daran liege, dass die Tiwag jeden einzelnen Anschluss überprüfe.

Generell kann Dornauer beim Ausbau der erneuerbaren Energie die "salbungsvollen Worte" von Schwarz-Grün nicht mehr hören. Obwohl eine entsprechende Studie zum Potential in Tirol präsentiert worden sei, sei seit Jahren nichts passiert.

Tiwag kündigt Verträge bei Überverbrauch

Die Tiwag ist jedoch auch bei der Strompreisbremse in der Kritik. So berichtet der NEOS-Spitzenkandidat Dominik Oberhofer, dass die Tiwag seinem Tourismusbetrieb den Vertrag gekündigt habe. "Zu dem Preis, zu dem man geliefert hat, kann man ab 1.1. nicht mehr liefern", zitiert Oberhofer die Begründung Tiwag.

Mattle gab zu, dass es bei einem Jahresverbrauch über 100.000 kWh  Verträge "zum Teil gekündigt" werden. Die "Kunden werden alle mit Strom versorgt", beruhigte Mattle aber. Außerdem garantiere Mattle einen fixen Preis von 10 Cent pro kWh bis zum 30.06.2023 - es sei der "beste Tarifs Österreichs".

Für Neukund:innen habe die Tiwag aber "natürlich die Tarife erhöht", kritisiert Haslewanter-Schneider. Sie würden mehr als das Vierfache bezahlen - "du hast das zu verhindern", sagte sie in Richtung Mattle.

Die Seilbahnen profitieren von den fixen Strompreise jedoch bis Ende 2023. Dabei handle es sich offenkundig um gültige Verträge der Tiwag mit den Seilbahnen, was zeige, dass " der Lobbyismus in Tirol funktioniert" und an "Arroganz nicht zu überbieten" sei, so Dornauer.

ÖVP "eigentumsfeindlich"

Beim Wohnen warf Dornauer der ÖVP vor "eigentumsfeindlich" zu sein, weil sich die Jungen Eigentum nicht mehr leisten könnten. Zwar könne Tirol nicht auf die Zinsmarktpolitik und die Baukosten Einfluss nehmen, man könne aber Grund und Boden "steuern". So müsse alles als Bauland gewidmet werden, was nicht der Bebauung zugeführt wird und nur verspekuliert wird. Eine Bebauungspflicht nach einer gewissen Zeit, müsse man verfassungsrechtlich prüfen. "Die Klientelpolitik deiner Partei muss ein Ende haben", richtete Dornauer Mattle aus.

Kampfmaßnahmen beim Transit

Beim Transit wollte die schwarz-grüne Regierung den Transit eigentlich auf eine Million LKW begrenzen, geworden sind es heuer und letztes Jahr 2,5 Millionen. Den Grund dafür sieht Mair in der EU, die die "Warenfreiheit über Gesundheitsrecht" stelle. Zudem habe man nicht genügend Verbündete in Europa gefunden. Abwerzger pflichtet bei, plädierte aber auch für "Kampfmaßnahmen" wie Brücken sperren.

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp