APA - Austria Presse Agentur

Deutschland und Belgien stufen Wien als Risikogebiet ein

17. Sept 2020 · Lesedauer 2 min

Angesichts der hohen Anzahl an Neuinfektionen gilt Wien in Deutschland und Belgien jetzt offiziell als Corona-Risikogebiet.

Weitere Länder erklären Wien zum Corona-Risikogebiet erklären. Nach der Schweiz ziehen auch Deutschland und Belgien nach und stufen die Bundeshaptstadt als Risikogebiet ein. Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) hat am Mittwochabend die Liste der Risikogebiete aktualisiert und Wien hinzugefügt . Das Außenministerium in Brüssel teilte ebenfalls am Mittwoch mit, dass Wien ab Freitag 16.00 Uhr zur "roten Zone" werde.

Darüber hinaus gilt für sechs österreichische Bundesländer ebenfalls eine leichtere Corona-Warnung in Belgien: Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland, Steiermark, Tirol und Salzburg wurden vom belgischen Außenamt zur "orangen Zone" eingestuft. Bis Freitagnachmittag gilt diese Kategorie auch für Wien.

In Deutschland müssen sich Einreisende aus Risikogebieten verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie kein negatives Testergebnis vorweisen können, das höchstens 48 Stunden alt ist. Solange kein negatives Ergebnis vorliegt, müssen sie sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben.

Ludwig sieht "keine Besonderheit"

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sagte im Vorfeld der Entscheidung, der Schritt wäre "keine Besonderheit". "Es ist eine Entwicklung, die ganz Europa, vor allem die urbanen Räume, trifft. Das gilt ja schon für andere europäische Großstädte wie Brüssel, Paris, Prag, Genf - überall dort, wo es natürlich auch größere Menschenansammlungen gibt", sagte Ludwig.

"Eine Reisewarnung für Wien ist ein Alarmsignal für den Standort Wien", sagte dagegen Finanzminister Gernot Blümel, auch Spitzenkandidat der ÖVP bei der nahenden Wien-Wahl, in einer Stellungnahme gegenüber der APA im Vorfeld der deutschen Entscheidung. "Nachdem heute bekannt geworden ist, dass neben der Schweiz nun auch Deutschland eine Reisewarnung für Wien ausgesprochen hat, bedarf es klarer Konsequenzen seitens der SPÖ-geführten Wiener Stadtregierung", forderte die stellvertretende Generalsekretärin und Gesundheitssprecherin der ÖVP, Gaby Schwarz. "Gesundheitsstadtrat Peter Hacker muss so rasch wie möglich dafür sorgen, dass Wien die Ausbreitung des Coronavirus in den Griff bekommt." Es müsse mehr getestet und Testergebnisse viel rascher zugestellt werden. "Außerdem ist es nun dringend an der Zeit, dass Peter Hacker endlich die ihm mehrmals angebotene Hilfe der Bundesregierung in Anspruch nimmt, um das Contact Tracing auch in Wien effizienter zu gestalten", verlangte Schwarz.

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe